Künstliche Befruchtung gibt es nicht: Wie Dich diese Erkenntnis im Kinderwunsch befreien kann

Künstliche Befruchtung gibt es nicht: Wie Dich diese Erkenntnis im Kinderwunsch befreien kann

„Eines will ich Ihnen gleich sagen: Eine künstliche Befruchtung kommt für mich nicht in Frage!“

Mit diesen Worten betrat Martina W. meine Kinderwunsch Praxis und drückte mir im gleichen Moment einen dicken Aktenordner in die Hand, in dem sie fein säuberlich alle Untersuchungen und Diagnosen chronologisch gesammelt hatte.

Diese schriftlichen Informationen sind sehr wichtig und geben wertvolle Hinweise. Ich schaue mir jeden Befund an.

Noch wichtiger ist im ersten Schritt jedoch das persönliche Gespräch.

„Erzählen Sie mir von Ihrem Kinderwunsch und Ihrer bisherigen Zeit“, bat ich sie, ohne sofort auf die hochemotionale Aussage einzugehen.

Es sprudelte aus Martina nur so heraus und es tat ihr sichtlich gut, alles loszuwerden. Über Monate und Jahre hinweg hatte sich so vieles in ihr angestaut:

Ohnmacht, Traurigkeit, Wut, Diagnosen, Schockmomente, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, unendlich große Hoffnung und zeitgleich die Angst, dass es nie klappen könnte.

Es war nicht wichtig, dass in ihren Schilderungen alles kunterbunt durcheinander lief. Im Hintergrund sortierte ich längst Stück für Stück Martinas Kinderwunsch Weg, um anschliessend mit ihr einen persönlichen und individuellen Weg herauszuarbeiten.

Als ihre erste große Anspannung verflogen war, folgten Tränen der Entlastung. Martina hatte sich fest vorgenommen, nicht zu weinen. Nun war sie froh, auch auf diesem Weg Erleichterung zu spüren. Die Tränen taten gut.

„Warum kommt eine reproduktionsmedizinische Behandlung für Sie nicht in Frage?“ wollte ich behutsam von Martina wissen.

„Das stelle ich mir schrecklich vor – so künstlich eben. Und künstliches ist nicht echt. Das kann doch nicht gut sein.“

IVF / ICSI

Viele Frauen haben ganz unterschiedliche Vorstellungen einer IVF oder ICSI. Wer noch nie diesen Prozess durchlaufen hat, verspürt nicht selten Angst vor dem Ungewissen.

Kommt dann auch noch eine Begrifflichkeit hinzu, die irreführend ist, nährt es zusätzlich die Unsicherheit der Frauen und Paare. Als Folge sortieren sie diese Form der Behandlung als etwas negatives ein.

Zeitgleich entwickelt sich Angst in ihnen. Sie glauben, dass die Behandlung in einem Reproduktionszentrum die Endstation ihres Kinderwunschweges einläutet:

„Wenn selbst das nicht klappt, dann werden wir nie ein Kind haben können.“.

Paare setzen das Kinderwunschzentrum oftmals gleich mit ihrem letzten Strohhalm. Der letzten reellen Chance und der einzigen Versicherung, die sie noch auf dem Weg zu haben scheinen.

Martina war überrascht und hielt sofort inne, als ich ihr sagte:

„Eine künstliche Befruchtung gibt es nicht.“

Doch worum handelt es sich dann?

Richtig und auch passend wäre es, über eine „assistierte“ Befruchtung zu sprechen. „Assistieren“ bedeutet Hilfe leisten, mithelfen oder auch behilflich sein.

Bei Wikipedia finden wir ebenso eine irreführende Angabe:

„Künstliche Befruchtung oder assistierte Reproduktion ist die Herbeiführung einer Schwangerschaft ohne Geschlechtsverkehr und oftmals mithilfe eines medizinischen Eingriffs.“

Weder wird mit Sicherheit eine Schwangerschaft herbeigeführt, noch kann eine Garantie ausgesprochen werden, dass diese Methoden (wie jede andere auch) erfolgreich sein werden.

Eine Reproduktionsbehandlung (IVF / ICSI) ist eine zusätzliche Hilfe auf dem Kinderwunschweg. Sie ist eine wunderbare medizinische Errungenschaft und viele Paare sind froh, diese Unterstützung in Anspruch nehmen zu können.

Unter dieser medizinisch hochentwickelten Behandlung können wir bis zu dem Zeitpunkt der Verschmelzung von Samen und Eizelle dabei sein. Wir können unter dem Mikroskop beobachten, wie die Zellteilung beginnt. Ein aufregender und intensiver Moment!

Noch vor dem Transfer kann das Paar erneut durch das Mikroskop schauen und dann folgt der langersehnte Moment: Die befruchteten Eizellen werden vorsichtig zurück in die Gebärmutter gesetzt.

Wir erkennen deutlich: Hier ist nichts „künstlich“. Es wurde Hilfestellung geleistet. Das Wunder muss von ganz alleine passieren.

Bei einer IVF verbinden sich Eizelle und Samen vollkommen eigenständig. Bei einer ICSI kann die Hürde des Eindringens in die Eizelle überwunden werden.

Aber auch bei diesen Prozessen können wir nicht bis zuletzt über die Natur bestimmen – sie hat immer die Nase vorn.

Das Geheimnis der Lebensentstehung entzieht sich unserer Kenntnis. Die Forschung weiß schon viel über immunologische Prozesse, Botenstoffe und Hormone.

Doch letztendlich können wir diesem Wunder nur staunend und hoffend beiwohnen.

Wenn also die Frage nach einer Behandlung im Raum steht, dann wäre folgende Formulierung zur Klärung der eigenen Einstellung hilfreich:

„Ist es für mich vorstellbar, Hilfe in Form einer assistierten Befruchtung in Anspruch zu nehmen?“

Für Martina war diese Erkenntnis ein Meilenstein und eine unendliche Entlastung. Bisher hatte sie diese Aspekte noch nie gesehen und auch der andere Blickwinkel war neu für sie. Es machte „klick“ und sie konnte das Wort „künstlich“ – und alles was für sie damit verbunden war – Stück für Stück verabschieden.

Die Starre und Absolutheit ihrer anfänglichen Haltung konnte weichen und machte Platz für neue Erkenntnisse:

Der eigentliche Grund ihrer Ablehnung war nicht grundsätzlicher oder religiöser Art. Sie fühlte sich gelöst, denn nun konnte sie ihren Kinderwunschweg wieder aufnehmen.

Die zurückgewonnene Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit war eine wohltuende Befreiung.

Nun konnten wir sorgfältig und vor allen Dingen zielführend die Sprechstunde fortführen und Martinas individuellen Weg festlegen.

Im Kinderwunsch ist es wichtig, alle Optionen zu kennen und zu besprechen. Auch das Auflösen von inneren Blockaden oder Gedankenknoten kann sehr hilfreich sein: Es spart Zeit, Energie und ganz viel Kraft.

Erst wenn wir alle Ebenen betrachtet haben, kann sich ein strukturierter, wohlüberlegter und persönlicher Kinderwunschweg zeigen.

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

Das Kinderwunsch Intensiv Programm – Kinderwunschpraxis Sterebogen

Radikale Akzeptanz im Kinderwunsch

Radikale Akzeptanz im Kinderwunsch

Radikale Akzeptanz im Kinderwunsch

„Es klappt einfach nicht – ich werde nicht schwanger. Wir haben schon die zweite ICSI hinter uns und das Spermiogramm ist auch zum dritten Mal in Folge schlecht. Wir lassen uns nicht hängen. Negative Gedanken und Gefühle lassen wir nicht zu – immer schön positiv bleiben!“

Jede Frau und jedes Paar kennt diese oder eine ähnliche Situation und weiß, welche starken Gefühle mit dem unerfüllten Kinderwunsch verbunden sind. Diese intensiven Gefühle werden als „negativ“ eingestuft und oftmals unterbunden.

Auch im Kinderwunsch ist der Glaube verbreitet: „Immer schön positiv denken!“

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann eine echte Krise im Leben sein und es ist gut und ratsam, eine Strategie an der Hand zu haben, die in schwierigen Momenten hilft und unterstützt.

Mit „Denken“ hat eine Krise nichts zu tun – Gefühle wallen auf und überrollen uns zum Teil mit großer Macht.

In der Psychologie taucht in diesem Zusammenhang immer mal wieder der Begriff der „radikalen Akzeptanz“ auf.

Was ist „radikale Akzeptanz“?

Radikale Akzeptanz beschreibt eine Fähigkeit, die aktuelle Situation vollständig zu akzeptieren, da sie momentan nicht zu ändern ist.

In unseren Gedanken und Gefühlen bedeutet das, die Akzeptanz der momentanen Kinderlosigkeit.

Kann man die momentane Kinderlosigkeit wirklich akzeptieren?

Das ist keine leichte Übung, denn alles scheint sich innerlich dagegen zu sträuben. Die ungestillte Sehnsuch nach einem Kind ist manchmal kaum auszuhalten – wie kann man die Situation da annehmen und den über den Haufen geworfenen Lebensentwurf akzeptieren?

Automatisch ist man geneigt, sich gegen die Akzeptanz aufzubäumen. Denn was nicht sein soll, das kann man auch nicht akzeptieren. Und wenn man etwas akzeptiert, dann wird es wahr.

Dann werden Gefühle wahr, Ängste präsent, die Kinderlosigkeit wird greifbar.

Der erste Impuls ist oft, die Situation nicht zu akzeptieren:

„Nein, das geht gar nicht! Ich kann das nicht akzeptieren. Akzeptanz der Kinderlosigkeit fühlt es sich für mich wie ein Verrat meines tiefen Wunsches an. Oder, als wenn wir aufgeben würden…“

Die Auflehnung gegen eine momentan unabänderliche Situation kostet enorm viel Kraft. Und das über Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Monate und manchmal auch Jahre.

Kein Wunder, das viele Frauen an den Rand ihrer Kräfte kommen. Sie können dieses Seilziehen nicht gewinnen:

Ein Baby lässt sich nicht herbeizwingen und auch die x-te Behandlung kann uns keine Schwangerschaft versprechen. Wir befinden uns auf einem Weg, dessen Länge und Ziel wir nicht kennen.

Wie wäre es daher mal mit einem neuen Ansatz? Ein Ansatz, der die Anerkennung der eigenen Gefühle und der ungewissen Situation beinhaltet und auch ein aufkommendes starkes Gefühl nicht automatisch wegdrückt.

Es scheint verrückt, doch radikale Akzeptanz entlastet.

Auch wenn es Dir momentan noch nicht gelingen mag, die aktuelle Situation vollständig zu akzeptieren: Versuche es in kleinen, dosierten Schritten und gehe dort entlang, wo sich Dein größter Widerstand zeigt. Wo Du anfängst, Dich zu winden und Deine Gefühle in Wallungen kommen.

Das hat nichts mit Aufgeben oder Abschied zu tun. Es geht um die Anerkennung der aktuellen Situation und der Gefühle.

Oftmals wiegt im unerfüllten Kinderwunsch die Angst am schwersten: die Angst, niemals schwanger zu werden. Die Angst, dass es niemals klappen kann. Die Angst, nie ein eigenens Kind haben zu können.

Diese Angst kann lähmen. Sie kann zu einem völligen Stillstand führen, der uns in einer Sackgasse verharren lässt. Die eigene Hilflosigkeit wird dann besonders deutlich und man fühlt sich gefangen in der persönlichen Lebenskrise.

In einer Krise fängt man oft an Dinge zu tun, die schnell und ungefiltert eine Lösung bringen sollen. Am besten noch verschiedene Dinge gleichzeitig, die einen schön zerstreuen und einem das Gefühl geben, doch nicht ganz so hilflos zu sein:

  • die tausendste Recherche im Internet nach neuen Methoden
  • ein intensives Studium der neuesten Nahrungsergänzungsmittel
  • 5 Chats gleichzeitig in unterschiedlichen Foren, die aber keinen Schritt vorwärts bringen
  • die erschöpfende Jagd nach der glücksbringenden Zauberformel

Doch langsam neigt sich die Kraft auch dem Ende zu. Wir können nicht mehr, der Marathon hat alles gefordert und wir liegen platt und bewegungslos auf dem Sofa.

Zurück zu uns selbst durch radikale Akzeptanz

Akzeptanz kann uns den Weg für eine echte Veränderung bereiten. Sie hilft uns aus der Sackgasse heraus und lässt uns insgesamt leichter werden. Sie entlastet auf dem Kinderwunsch-Weg, klärt den Blick für das Hier & Jetzt und lässt uns wieder handlungsfähig werden.

Handlungsfähig für:

  • neue Wege
  • kluge Strategien
  • neue Impulse
  • mehr Achtsamkeit und Ruhe in unserem kostbaren Leben

Radikale Akzeptanz kann uns helfen, die Kinderwunsch Krise zu meistern. Und, ganz wichtig:

Radikale Akzeptanz heißt nicht, Dinge gut zu heißen oder positiv umzudeuten. Es zeigt vielmehr auf, das eine Situation momentan so ist, wie sie eben ist:

  • „Mein Kinderwunsch ist unerfüllt und das macht mich sehr traurig. So ist es.“
  • „Mein unerfüllter Kinderwunsch löst große Hilflosigkeit bei mir aus. So ist es.“
  • „Die Ungewissheit, ob ich je ein Kind bekommen werde, macht mir Angst. So ist es.“

Doch warum heißt es „radikal“?

Radikal wird die Akzeptanz in dem Moment, in dem Du Deinem intensiven Gefühl bewusst begegnest. Wenn Du Dich plötzlich in einer von Gefühlen überwältigten Situation befindest und sie im gleichen Augenblick wahrnimmst und zulässt.

Die große Traurigkeit, den nagenden Neid, die zehrende Hilflosigkeit. Die Angst.

Emotionen sind biochemische Reaktionen, die im Körper intelligent und völlig automatisch ablaufen. Lässt man die Kaskade an biochemischen Abläufen geschehen, so durchlaufen sie jede Zelle in uns und verlassen unseren Körper wieder, ohne Schaden anzurichten.

In unserem Kinderwunsch Alltag kann das eine wertvolle und krafterhaltende Strategie sein:

Begegne Deinen intensiven Gefühlen im gleichen Augenblick, in denen Du sie spürst. Halte einen Moment inne, nehme sie vollends wahr und lass sie geschehen. Nach der Wahrnehmung und Anerkennung werden sie vorbei ziehen. So ist es.

Wie eine Welle, die sich anbahnt, aufbäumt, am Höhepunkt bricht um dann am Ufer sanft auszulaufen.

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

Das Kinderwunsch Intensiv Programm – Kinderwunschpraxis Sterebogen

Warum werde ich nicht schwanger? Wie Du Dich aus dem Gedankenkarussell befreien kannst.

Warum werde ich nicht schwanger? Wie Du Dich aus dem Gedankenkarussell befreien kannst.

Warum werde ich nicht schwanger?

„Warum werde ich nicht schwanger?“ – das ist die natürlichste Frage der Welt, wenn Du Dir ein Baby wünschst und die ersehnte Schwangerschaft noch auf sich warten lässt.

Die Sehnsucht nach dem Wunschkind ist der Motor unseres Herzens, eine Erklärung zu finden. Die Frage „Warum werde ich nicht schwanger?“ ist der Ausdruck unseres Bewusstseins, um von dort aus Lösungen zu finden.

Wir machen uns auf, um Ärzte zu konsultieren. Wir vereinbaren Termine in einem Kinderwunschzentrum oder suchen ergänzend begleitende Praxen auf. Die größte Hoffnung liegt darin, eine Diagnose und eine Erklärung zu finden. In vielen Fällen ist das auch möglich und die Frauen/Paare sind erleichtert, eine Antwort zu haben.

Denn mit dieser Antwort kann man aktiv werden und etwas tun. Man fühlt sich nicht mehr ausgeliefert und hilflos. Auch wenn die Erkenntnis keine Garantie auf eine Schwangerschaft ist: man hat einen Grund gefunden und kann daran arbeiten.

Doch was machen Frauen, die keine medizinische Erklärung ihrer ungewollten Kinderlosigkeit in den Händen halten?

Sie bleiben weiterhin im nagenden Ungewissen. Zum einen sind sie erleichtert, dass keine (schlimme) Diagnose im Raum steht. Zum anderen fühlen sie sich unerlöst, denn keinen Grund zu finden lässt die Seele nicht zur Ruhe kommen.

Frauen, die ohne erkennbaren Grund kinderlos bleiben, stellen sich im Laufe der Monate und Jahre immer wieder diese Frage:

„Warum werde ich nicht schwanger?“

Dein Gedankenkarussell ist längst gestartet. Doch wie es bei einem Karussell immer der Fall ist: es geht rund und rund und rund. Wirklich vorwärts bringt einen das nicht. Spätestens bei der 10. Runde wird einem so schwindelig, dass man sich wünscht, das Karussell würde endlich anhalten.

Die Frage „Warum werde ich nicht schwanger?“ kann zu einer alles vorherrschenden Fragestellung werden. Alles im Leben wird nach dieser Frage ausgerichtet, unter die Lupe genommen, auf Links gedreht und neu sortiert.

Jedes Ereignis, jeder Konflikt, jedes ungesunde Lebensmittel, ja sogar jeder Schritt abseits eines vermeintlich perfekten und vorbildlichen Lebensweges kann als Auslöser – und als mögliche Antwort – in Frage kommen.

Frauen geraten auf diesem Weg nicht selten in eine sehr kräftezehrende Spirale, die all ihre Ressourcen fordert. Sie lesen sich in sämtliche medizinische Artikel ein, sind in Facebook-Guppen und reproduktionsmedizinischen Foren unterwegs, kennen längst alle Bücher zu diesem Thema und sind Experten auf dem Gebiet der neuesten superfood-Forschungen für mehr Fruchtbarkeit.

Im gleichen Atemzug lässt sich erspüren, wie viel Kraft das kostet. Zusätzlich zum ganz normalen Alltagswahnsinn mit Job, Verpflichtungen, Haushalt, Freundschaftspflege und den täglichen Sonderaufgaben. Die körperliche Kraft ist eine Sache – doch was ist mit der emotionalen Kraft unserer Psyche?

Die emotionale, psychische Kraft kann sich genau so erschöpfen, wie die körperliche Kraft. Beide Kraftressourcen sind gleich wichtig auf dem Kinderwunschweg von dem wir nie wissen, wie lange er dauern wird.

Aus diesem Grund lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.

Gibt es vielleicht unbewusste Kraft- & Energieräuber?

Wenn Du Dich im Kinderwunsch befindest und diese Fragen von Dir sein könnten, dann sind die folgenden Informationen und Hintergründe vielleicht hilfreich für Dich:

  • Warum passiert mir das?
  • Was habe ich falsch gemacht?
  • Warum werde ich nicht schwanger?

Diese Art der Fragestellungen haben eine „unsichtbare“ Komponente, die auf den ersten Blick nicht wahrnehmbar ist:

Sie lenken unser Denken und unser Fühlen zum Negativen hin. Sie führen in der Antwortsuche zum Unglücklichsein bzw. zur Unglücksbestätigung. Wie das funktioniert? Mit unserem von Natur aus integriertem Brain-Google.

Brain-Google

Unser Gehirn hat eine Art Suchmaschine integriert. Stellen wir uns eine Frage, sucht es bewusst und unbewusst nach einer Antwort.

Ob wir wachen oder schlafen…es sucht radikal und unaufhaltsam auf allen Ebenen. Unser Gehirn sucht so lange, bis es eine plausible Antwort gefunden hat, die erstmal Sinn macht. Doch die Antworten sind bei dieser Art Fragestellungen negativ geprägt und bestätigen, warum etwas nicht geht.

In unserem Fall sucht unser Gehirn so lange nach einer Antwort, warum wir nicht schwanger werden.

Die gefundenen Antworten sind in der Regel nicht weiterführend, sondern fungieren als eine Art Sackgasse.

Wenn wir also unsere innere Suchmaschine konstruktiv anwerfen wollen, dann sollten wir das mit einer positiven Frage tun. Wir brauchen die richtige Formulierung – das kann und sollte man üben. Übrigens auch für andere, wichtige Bereiche in unserem Leben.

Konstruktive Übung

Nimm Dir ein leeres Blatt Papier und notiere Deine Frage. Nimm die Frage, die als erstes aus Deinem Inneren hochkommt, wenn Du an Deinen Kinderwunsch denkst.

Untersuche nun Deine Frage: ist sie so forumuliert, dass nur eine positive/weiterführende Antwort erscheinen kann? Du kannst solange an Deiner Frage formulieren oder feilen, bis es nur eine positive Antwort geben kann.

Es ist sehr interessant zu sehen, wie sich die Fragen unter diesem Aspekt verändern können.

Diese Ausnahme solltest Du kennen.

Eines vorab: es gibt eine Ausnahme. Über eine Empfängnis kann man nicht verhandeln. Weder auf dem Papier noch im Gebet. Denn für die Entstehung eines Lebens braucht es ein Wunder, welches wir einladen aber nicht erzwingen können.

Auch bei der noch so perfekt positiv formulierten Fragestellung können wir nicht die ersehnte Schwangerschaft zum Ziel machen. Folgende Fragestellung klappt also für unsere Suchmaschine nicht:

„Was könnte und müsste ich tun, damit ich mit 100%er Sicherheit und Garantie schwanger werde?“

Wie Du  „Warum werde ich nicht schwanger?“ in eine positive und hilfreiche Frage umwandeln kannst.

Nehmen wir uns das vor, was in der Kinderwunschzeit am allerwichtigsten ist: die Gesunderhaltung unserer Seele und unserers Körpers.

Es kann immer wieder mal ein Auf und Ab geben – das ist nicht weiter schlimm, so lange wir auch Zeiten haben, in denen wir uns gut um uns kümmern und die Balance im Blick behalten.

Versuche die Frage „Warum werde ich nicht schwanger?“ nicht weiter zu verfolgen. Wandele sie lieber um in eine hilfreiche und weiterführende Frage, wie diese zum Beispiel:

„Was könnte und müsste ich tun, damit es meiner Seele gut geht?“

„Was könnte und müsste ich tun, damit ich körperlich in meiner Kraft bleibe?“

„Wie kann ich meine Wahrnehmung wohltuend ändern, dass ich Hilfen auf meinem Weg sicher erkenne?“

Die Antworten hierzu kommen nicht selten über Nacht. Das Gehirn arbeitet zu dieser Zeit auf Hochtouren, sortiert wichtiges von unwichtigem aus, schaltet neue Verbindungen und kappt Verbindungen, die sich als nicht wichtig erwiesen haben.

Das hilft uns in der Kinderwunschzeit enorm. Wenn Du den Wunsch hast, aus dem Gedanken-Karussell auszusteigen, dann:

Probiere es einmal aus.

Probiere es aus und schreibe Deine ganz persönliche Fragestellung auf. Feile an ihr, bis nur noch eine positive und hilfreiche Antwort gefunden werden kann. Du kannst sie auch für den „cross-check“ einer vertrauten Person vorlesen: sollte sie keine negative Antwort finden, ist der Test bestanden.

Lies Deine Frage noch einmal im Bett durch, bevor Du abends das Licht ausknipst. Vertraue darauf, dass Du die Antwort finden wirst. Denn sie ist bereits in Dir drin.

Ich wünsche Dir einen kraftvollen Tag, spannende Erkenntnisse und heute Nacht angenehme Träume!

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

Das Kinderwunsch Intensiv Programm – Kinderwunschpraxis Sterebogen

Der Verzicht im Kinderwunsch

Der Verzicht im Kinderwunsch

Der Verzicht im Kinderwunsch – Wenn die Falle zuschnappt

Am Anfang der Kinderwunschzeit ist alles aufregend und neu: Das Verhütungsmittel wird abgesetzt und das Abenteuer Schwangerschaft und Baby darf beginnen.

In dieser Zeit schwelgen die meisten Paare in freudiger Erregung und genießen das Leben in vollen Zügen. Es scheint, als hätte die Hormonlage ihren Höhepunkt erreicht und sich wohltuend mit Zukunftsplänen und intensiven Gefühlsmomenten vermischt.

Wie verlockend, sich eine App für die monatlichen Verlaufskurve auf das Smartphone zu ziehen und in verschiedenen Foren nach fruchtbarkeitssteigernden Maßnahmen zu stöbern. „Das kann ja nicht schaden“ denken wir uns und voller Motivation füttern wir unsere App mit Zyklusdaten und uns (und unseren Partner) mit den neuesten Superfoods.

Endlich etwas für die Gesundheit tun – der Partner zieht aus Solidarität mit und tatsächlich fühlen wir uns aktiver und noch ein wenig aufgeregter, was unseren Herzenswunsch angeht.

Aber da geht bestimmt noch mehr, oder?

Hast Du Dich auch schon mal dabei ertappt, wie Du Deinen Lebensstil und Deinen Alltag nach Dingen durchforstest, die eventuell dem Kinderwunsch im Wege stehen könnten?

Was liegt auf dem Teller und was landet in Deinem Magen? Ist das heißgeliebte Tässchen Kaffee vielleicht doch nicht so gut? Irgendwo hast Du mal gelesen, dass Kaffee die Fruchtbarkeit beeinflusst.

Und die Badewanne. Also die geht nun im Moment wirklich nicht – und schon gar nicht für den Partner. Wird ja auch mal ein paar Monate ohne Badewanne gehen.

Sind wir schon mal beim Thema Wärme: Die Sitzheizung – die muss jetzt mal Pause machen. Vielerorts steht geschrieben, dass eine Sitzheizung nicht gut für Spermien sei.

Wir haben Frühling und bald Sommer – Urlaubszeit! Urlaub ist fantastisch und ein echter Lichtblick im Jahr.

Nur das mit der Flugreise – das sollte nochmal überlegt werden. Was, wenn wir gerade schwanger sind? Auch die Strahlungen da oben in der Luft könnten negative Auswirkungen auf ein eventuell entstehendes Leben haben.

Dann doch lieber die Fahrradtour durchs Elsaß.

Aber warte mal…langes Sitzen auf dem Fahrradsattel ist der männlichen Fruchtbarkeit nicht zuträglich.

Und überhaupt Elsaß. Da gibt es Zwetschgenwasser und Cremant d’Alsace – Alkohol ist im Kinderwunsch nicht gut. Da verkneift man sich besser das Gläschen…hinterher ist man Schuld, dass es nicht klappt.

Tartes und Törtchen haben zuviel Zucker – das schrauben wir generell schon runter. Eine Ausnahme könnte da alles wieder ins Wanken bringen. Also besser nicht Elsaß.

Mit Freunden an die See…die haben schon Kinder und das passt dann irgendwie auch nicht. Und wir möchten auch nicht nach unseren Plänen gefragt oder kalt erwischt werden mit: „Na, wann ist es denn bei Euch soweit?“

„Ach“, denken wir uns, „dann bleib ich dieses Jahr mal zuhause.“

Und vielleicht fühlen wir uns  – unglücklich auf dem Sofa sitzend – vom Leben abgeschnitten.

Wo ist die Freude hin? Wo der Genuss? Wo die Leidenschaft und das Quentchen Leichtigkeit?

Die Verzichtfalle hat zugeschnappt.

Hab keine Sorge – aus dieser Falle gibt es einen Ausweg.

Ich stelle Dir von Herzen ein Rezept aus und verordne bewusst all die Dinge, die Euch immer Spaß gemacht, lecker geschmeckt und für einen kurzen Moment glücklich gemacht haben.

Ganz egal, ob irgendjemand mal geschrieben hat, das dies oder jenes aus diesen oder jenen Gründen nicht ratsam sei.

Frauen im Kinderwunsch neigen dazu, alle Ratschläge zu jedem Zeitpunkt zu 100% durchführen zu wollen. Da summieren sich die Tipps & Tricks enorm und irgendwann sieht frau den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Das kostet in erster Linie Kraft und Energie – die wichtigsten Ressourcen auf dem Kinderwunschweg.

Geh in Gedanken an den Punkt zurück, wo Du glücklich und in Deiner Kraft warst. Was hat Dir Freude geschenkt, wie sah Dein/Euer Wochenend-Ritual aus, welches ist Dein Lieblingsrestaurant und wohin wolltest Du immer schon mal mit Deinem Liebsten reisen?

Hole Dir Deine Kraftquellen zurück. Stück für Stück. Tag für Tag.

Die Babies (und ihre Eltern) lieben das!

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

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Die Wunde im Kinderwunsch – Wie Du sie schützen kannst

Die Wunde im Kinderwunsch – Wie Du sie schützen kannst

Die Wunde im Kinderwunsch – Wie Du sie schützen kannst

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du mindestens einmal in Deiner Kinderwunschzeit mit einer der folgenden Aussagen konfrontiert worden bist:

„Das Thema Kinderwunsch muss enttabuisiert werden.“

„Raus aus der Anonymität.“

Vielleicht auch ganz persönlich mit:

„Steh doch offen zu Deinem Kinderwunsch – das wird anderen Frauen helfen.“

Anonymität im Kinderwunsch

Warum ist das Thema Kinderwunsch eigentlich so brisant? Und warum läuft so viel im Hintergrund, ohne dass es an die Öffentlichkeit kommt? Warum unternehmen Frauen große Anstrengungen, unerkannt zu bleiben?

Ich kann es Dir direkt sagen: Weil ein Kinderwunsch zu den intimsten Dingen im Leben gehört, die eine Frau erleben kann. Ist ein Kinderwunsch über einen längeren Zeitraum unerfüllt, liegt die eigene Achillesferse offen. Sie wird sichtbar für Jedermann und Jedefrau.

Die Natur

Die Natur sieht für uns die Vermehrung vor. Nicht selten empfinden Paare es als ein Versagen auf archaischer Ebene, wenn (noch) keine Kinder kommen. Auch wenn der Kopf weiß, dass es viele verschiedene Gründe gibt: der Bauch ist leer und das schmerzt bis ins Mark.

Es ist ein Gesetz der Natur, dass wir unsere verletzlichste Stelle schützen wollen. Dieses sinnvolle und überlebenswichtige Bestreben ist so tief in uns verankert, dass wir es nicht ausschalten können.

In weniger komplexen Themen denken wir nicht einmal über diesen Mechanismus nach:

Haben wir eine Wunde, wird ein Verband gewickelt.
Ist der Arm gebrochen, wird ein Gips gelegt.
Bei einer Augenentzündung kommt eine Augenklappe zum Einsatz.
Und bei einer Schnittwunde wird geklammert oder sogar genäht.

Ein körperlicher Reflex steigert diesen Schutzmechanismus in Perfektion.

Niemand käme auf die Idee, diesen Schutz wegzunehmen bevor die Wunde verheilt oder zumindest stabil ist.

Niemand stellt einen körperlichen Reflex in Frage.

Die Ausnahme

Ja, es gibt immer wieder vereinzelt Frauen, die sich nach vorne trauen. Die sich öffentlich im Fernsehen begleiten lassen oder in Zeitschriften mit Bild und Namen erscheinen. Frauen, die scheinbar keine großen Probleme haben, über ihren Kinderwunsch zu berichten.

Das ist mutig, denn sie legen ihre Achillesferse offen. Das verdient Hochachtung. Und doch ist der Weg dorthin immer mit einer Entwicklung verbunden.

Die Mehrheit

Der absolute Großteil der Frauen und Paare bleibt jedoch anonym. Diese persönliche Entscheidung verdient ebenso Hochachtung, denn sie zeigt, dass persönliche Grenzen und Gefühle respektiert werden.

Anonymität bedeutet Schutz der Wunde.

Verabschiede Dich von dem Gedanken, dass Du nicht richtig bist, wenn Du Deine Wunde schützt.

Du bist gesund und normal, wenn Du Dich im Wartezimmern der Kinderwunschklinik nicht wohl fühlst oder wenn Du das Thema nach außen hin ausklammerst. Selbst wenn nicht einmal Deine Familie von Deinem Wunsch und Deinen Problemen weiß, ist das ok.

Erinnere Dich daran, dass es ein Gesetz der Natur ist, seine Wunde zu schützen.

Fazit

Achte behutsam auf Deine innere Stimme. Verleugne Dich nicht in Deinem inneren Bestreben nach Schutz oder Rückzug.

Vergleiche Dich nicht mit einer Pionierin oder einer Amazone. Du bist genau richtig, so wie Du bist.

Schau Dich in geschützten Bereichen um, die zu Deiner momentanen Verfassung passen und wo Du Frauen im Kinderwunsch triffst, die so fühlen wie Du.

Nimm Dir die Freiheit, jeden Tag neu für Dich zu entscheiden.

Ilka Sterebogen

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