Zeugungsunfähig: Diagnoseschock für Männer im Kinderwunsch

Zeugungsunfähig: Diagnoseschock für Männer im Kinderwunsch

Zeugungsunfähig: Diagnoseschock für Männer im Kinderwunsch

In der Regel nehmen die Frauen zuerst eine Beratung oder Untersuchung in Anspruch, wenn es mit dem Schwangerwerden nicht so schnell klappen will.

Es scheint irgendwie in uns Frauen zu stecken, die Initiative zu ergreifen und alle Hebel in Bewegung zu setzen. Es gibt schließlich viele Gründe, die bei Frauen mit einer ungewollten Kinderlosigkeit zugrunde liegen können.

Doch ebenso viele Gründe kann es auch beim Mann geben. Längst haben wir in unserer Gesellschaft die 50/50 Grenze erreicht – die Ursachen für eine ungewollte Kinderlosigkeit können zu gleichen Anteilen beim Mann wie auch bei der Frau liegen.

Ein kleiner Prozentsatz entfällt noch auf die idiopathische (ohne bekannte Ursache) Kinderlosigkeit.

Es ist schon in der ersten Beratung unumgänglich, nach dem Untersuchungsstatus des Mannes zu fragen. Dabei gibt es immer noch Kinderwunsch-Paare, bei denen der Partner noch nicht untersucht wurde.

Vielleicht ist der Gedanke an das „wie“ nicht der romantischste – doch die Anfangsuntersuchungen wie Spermiogramme (die Beurteilung der Zeugungsfähigkeit anhand des Ejakulats) und ein körperlicher Check-Up sind einfach durchzuführen und sollten immer zu Beginn aller Bemühungen stehen.

Dafür muss man nicht direkt ins Kinderwunschzentrum gehen. Auch der Urologe vor Ort kann ein Spermiogramm durchführen. Der körperliche Check-Up ist in der Hausarztpraxis oder ganz diskret auch in kinderwunschspezialisierten naturheilkundlichen Praxen möglich.

Der nächste Step ist weniger leicht: die Wartezeit bis zum Ergebnis und das anschliessende Gespräch mit dem behandelnden Arzt.

So erging es auch Andreas, als er gemeinsam mit seiner Frau zur Besprechung ins Kinderwunschzentrum fuhr: „Ihr Spermiogramm ist auffällig. Wir haben einen möglichen Grund für Ihre ungewollte Kinderlosigkeit gefunden: Sie haben eine Azoospermie (keine Spematozoen im Ejakulat). Die Chancen auf ein eigenes Kind sind somit sehr gering.“

Andreas zog es den Boden unter den Füßen weg. Die Diagnose traf ihn wie ein Vorschlaghammer in die Magengrube. Oder doch mitten ins Herz?

Auch seine Frau saß regunglos im Stuhl und das Gesagte stand schwer im Raum. An eine gedankliche Sortierung oder gar Verarbeitung war in den folgenden Momenten nicht zu denken.

Beide Partner erlebten diesen Moment als einen Krisengipfel. Die ungewollte Kinderlosigkeit war schon schwer genug zu ertragen.

Doch wenn nun auch noch die Aussichten auf eine medizinische Behandlung verschwindend gering sind, dann kann das ein neuer Tiefpunkt ihrer Kinderwunsch-Achterbahnfahrt sein.

Wie geht es jetzt weiter?

Aus medizinischer Sicht müssen nun Entscheidungen getroffen werden. Welche Maßnahmen können noch ergriffen werden? Wie sehen die Chancen aus?

Doch bis es soweit ist, passiert noch eine Menge im Inneren des Paares. Aufkommende Gefühle, Unsicherheiten, Sorgen und manchmal auch Mißverständnisse müssen bewältigt werden.

Aus der Sicht des Mannes

Die Erkenntnis: „Es liegt an mir“ trifft tief. Männer erleben den Diagnoseschock häufig ähnlich wie Frauen: Sie fühlen sich im tiefsten Kern getroffen und zweifeln ihre gefühlte Ur-Bestimmung an:

Die Zeugung eines neuen Lebens.

„Wenn ich noch nicht mal Kinder zeugen kann, dann bin ich nur ein halber Mann.“

Diese Gefühle sind nachvollziehbar, auch wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder neu sortiert werden und natürlich nicht das Mann-Sein an sich in Frage stellen.

Männer schildern diese Zeit oft als Krisen-Situation, in der vieles durcheinandergewirbelt, verworfen und in Frage gestellt wird. Nicht jeder Mann leidet sehr unter dieser Diagnose. Doch die meisten Männer, die sich gemeinsam mit ihrer Partnerin ein Kind wünschen, sehen ihren Lebensentwurf zunächst einmal wackeln.

Sie sorgen sich zum einen um ihre Gesundheit und zum anderen um ihre Partnerin: „Ich kann meiner Frau den sehnlichsten Wunsch nicht erfüllen.“ Sie befürchten, ihre Partnerin unglücklich zu machen.

Der Rückzug

Viele Männer ziehen sich in diesen Zeiten in ihre „Höhle“ zurück. Das haben seine Vorfahren von zigtausenden Jahren auch gemacht, wenn sie erfolglos von der Jagd zurück kamen. Es waren schwarze Tage, denn in ihrem Verständnis hatten sie versagt. Sie zogen sich in ihre Höhle zurück, starrten ins Feuer und wollten alleine sein mit ihren Gedanken und Gefühlen.

Verlief diese Zeit ungestört, verließ der Mann irgendwann aus eigenen Impulsen heraus seine Höhle. Er war sortiert, wieder krafterfüllt und ging erneut auf die Jagd. Wenn es nicht dieses Mammut sein sollte, dann vielleicht ein anderes. Das Leben muss weiter gehen.

Noch heute tragen wir Menschen zwischen 1,8% und 2,6% Neandertaler-DNS (Erbgut) in uns. Kein Wunder, dass prozentuale Anteile in uns auf (alt)bewährte Strategien zurückgreifen (Quelle: The Contribution of Neanderthals to Phenotypic Variation in Modern Humans).

Vielleicht greift auch hier ein über viele Jahrtausende bewährtes Krisenverhalten, in dem Männer im Rückzug ihre eigenen Lösungsmuster erarbeiten und anschließend mit neuer Kraft wieder hervortreten.

Für die heutige Zeit übersetzt könnte es so aussehen:

Mit dem Diagnoseschock „Zeugungsunfähig“ zieht sich ein Mann zurück. Er ist tief getroffen und muss sich um seine schmerzende Wunde kümmern. Er möchte allein sein und nicht darüber reden. Er weiß, wie er seine Probleme mit sich selbst ausmachen kann.

Das Reden über Emotionen macht aus seiner Sicht keinen Sinn. Denn die Tatsachen bleiben Tatsachen. Er braucht Zeit und Abstand, um in Ruhe nachdenken zu können. Er weiß: Am Ende des Tages wird er eine Lösung parat haben.

Heutige Lösungen könnten sein:

  • „Ich kann auch ohne Kind glücklich sein, denn ich liebe Dich und unser gemeinsames Leben.“
  • „Wir nehmen auch die letzte medizinisch mögliche Behandlung in Anspruch. Ich will nichts unversucht lassen.“
  • „Wir könnten ein Kind adoptieren.“
  • „Ich kann mir den Weg einer Samenspende vorstellen.“

Manchmal kommt es auch vor, dass ein Mann seiner Frau eine Trennung vorschlägt. Er möchte ihr den Weg zu einem anderen Mann ermöglichen – einem Mann, der zeugungsfähig ist und ihren Herzenswunsch nach einem eigenen Baby erfüllen kann.

Aus der Sicht der Frau

Für eine Frau, die ihren Mann liebt, ist die Diagnose fast ebenso schwer zu ertragen. Als hätte sie selbst die niederschmetternde Nachricht erhalten, schwirren auch in ihr die verschiedensten Gedanken und Gefühle herum.

Nur kurz erlebt sie das Gefühl der Erleichterung, dass bei ihr keine Ursachen gefunden wurden. Doch direkt danach sorgt sie sich schon um ihren geliebten Partner.

Sie sieht, wie bestürzt er ist. Sie fühlt, wie er sich zurück zieht. Sie weiß nicht, wie sie ihm helfen kann.

Auch sie greift nun zu einem – in der Frauenwelt – bewährten Verhaltensmuster zurück: Sie möchte reden.

Sie möchte über Gefühle reden. Sie möchte wissen, was in ihrem Mann vorgeht. Er soll sich nicht alleine fühlen, soll wissen, dass sie an seiner Seite ist. Auch er soll sich aussprechen können, seiner Traurigkeit Ausdruck verleihen und sich den Schmerz von der Seele reden.

Doch er tut es nicht.

Das verunsichert sie zunehmend. Sie fühlt sich von seiner Welt ausgeschlossen. Wieso redet er nicht mit ihr? Hat er Geheminisse? Was geht in ihm vor? Sie sorgt sich und bekommt Angst:

„Entfernen wir uns voneinander?“

Wie es weiter geht

Die allermeisten Paare entfernen sich nicht grundlegend voneinander. Sie leben ihre Krisenmomente nur anders aus, um anschliessend wieder aufeinander zuzugehen und den weiteren Weg miteinander beschreiten zu können. Die Liebe kommt selten abhanden – es scheint eher das Gegenteil zu sein. Viele Paare berichten später: „Die Krise hat uns zusammengeschweisst.“.

In der Kinderwunschzeit trennen sich prozentual nicht mehr Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch, als Paare mit einem erfüllten Kinderwunsch.

Frauen trennen sich in der Regel nicht von ihrem Mann, weil er zeugungsunfähig ist. Ebenso wenig trennen sich Männer von Frauen, wenn sie nicht empfangen können. Dafür braucht es andere Gründe, die neu hinzukommen und die Beziehung schwer belasten. Oder sie waren vorher schon existent und zeigen sich nun in vollem Ausmaß.

Es gibt keine Schuld

Es gibt keine Schuld und es macht ebenso wenig Sinn, die Schuldfrage im Falle einer Kinderlosigkeit zu diskutieren.

Sei es die Sitzheizung im Auto, die unter Verruf geraten ist. Oder das Feierabend-Bier, die Zigaretten, die Radtouren, die Fehlernährung, die Handystrahlung, Saunagänge oder der Stress im Allgemeinen.

Wir wissen um die schädlichen Einflüsse im Leben und es macht sicherlich Sinn, diese Frage generell einmal für sich zu beleuchten. Denn sie hat für das gesamte Leben Relevanz. Sie „nur“ auf den Kinderwunsch zu reduzieren, bringt keinen Schritt weiter und führt auch zu keiner endgültigen Antwort.

Empfehlung

So schwierig es im ersten Moment auch erscheinen mag: Wer die Verhaltensweisen des Partners versteht, kann leichter mit ihnen umgehen. Es ist in der Tat ein Balance-Akt heraus zu finden, wann man auf jemanden zugehen sollte und wann man sich besser zurück hält.

Am einfachsten ist es, mit ehrlichem Interesse zu fragen: „Was brauchst Du im Moment?“

Es ist wichtig, die nun folgende Antwort und vielleicht auch den Wunsch nach Rückzug zu respektieren. Es geht hier um das vertrauensvolle Aushalten der Situation.

Es gibt Frauen, die können diese Situation aber kaum aushalten. Auch das ist völlig normal und verständlich.

In diesem Fall sollte eine dritte Person ins Vertrauen gezogen werden. Das könnte ein nahe stehendes Familienmitglied sein, eine sehr gute Freundin oder eine ganz neutrale Person.

Eine neutrale Person könnte jemand sein, der eine gezielte Gesprächsberatung anbietet und sich mit der Thematik auskennt. So muss man nicht erst lange erklären, sondern kann zügig und effizient in die Beratung einsteigen.

Dafür bedarf es nicht unbedingt einer 10-stündigen Therapiesitzung – oftmals reichen wenige Termine aus, um die Gefühls- und Gedankenwelt soweit zu stabilisieren, dass man alleine weiter gehen kann.

Wichtig ist es, sich selbst nicht im Strudel zu verlieren und vorwärts zu schauen.

So kann aus einer Diagnose eine Prognose werden: Für ein liebevolles und kraftvolles gemeinsames Leben.

Ilka Sterebogen, Heilpraktikerin

Ilka Sterebogen, Heilpraktikerin

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

Frauengesundheit – Praxis Ilka Sterebogen

Im Kinderwunsch an Deiner Seite – Kinderwunschpraxis Sterebogen

Die Wunde im Kinderwunsch – Wie Du sie schützen kannst

Die Wunde im Kinderwunsch – Wie Du sie schützen kannst

Die Wunde im Kinderwunsch – Wie Du sie schützen kannst

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du mindestens einmal in Deiner Kinderwunschzeit mit einer der folgenden Aussagen konfrontiert worden bist:

„Das Thema Kinderwunsch muss enttabuisiert werden.“

„Raus aus der Anonymität.“

Vielleicht auch ganz persönlich mit:

„Steh doch offen zu Deinem Kinderwunsch – das wird anderen Frauen helfen.“

Anonymität im Kinderwunsch

Warum ist das Thema Kinderwunsch eigentlich so brisant? Und warum läuft so viel im Hintergrund, ohne dass es an die Öffentlichkeit kommt? Warum unternehmen Frauen große Anstrengungen, unerkannt zu bleiben?

Ich kann es Dir direkt sagen: Weil ein Kinderwunsch zu den intimsten Dingen im Leben gehört, die eine Frau erleben kann. Ist ein Kinderwunsch über einen längeren Zeitraum unerfüllt, liegt die eigene Achillesferse offen. Sie wird sichtbar für Jedermann und Jedefrau.

Die Natur

Die Natur sieht für uns die Vermehrung vor. Nicht selten empfinden Paare es als ein Versagen auf archaischer Ebene, wenn (noch) keine Kinder kommen. Auch wenn der Kopf weiß, dass es viele verschiedene Gründe gibt: der Bauch ist leer und das schmerzt bis ins Mark.

Es ist ein Gesetz der Natur, dass wir unsere verletzlichste Stelle schützen wollen. Dieses sinnvolle und überlebenswichtige Bestreben ist so tief in uns verankert, dass wir es nicht ausschalten können.

In weniger komplexen Themen denken wir nicht einmal über diesen Mechanismus nach:

Haben wir eine Wunde, wird ein Verband gewickelt.
Ist der Arm gebrochen, wird ein Gips gelegt.
Bei einer Augenentzündung kommt eine Augenklappe zum Einsatz.
Und bei einer Schnittwunde wird geklammert oder sogar genäht.

Ein körperlicher Reflex steigert diesen Schutzmechanismus in Perfektion.

Niemand käme auf die Idee, diesen Schutz wegzunehmen bevor die Wunde verheilt oder zumindest stabil ist.

Niemand stellt einen körperlichen Reflex in Frage.

Die Ausnahme

Ja, es gibt immer wieder vereinzelt Frauen, die sich nach vorne trauen. Die sich öffentlich im Fernsehen begleiten lassen oder in Zeitschriften mit Bild und Namen erscheinen. Frauen, die scheinbar keine großen Probleme haben, über ihren Kinderwunsch zu berichten.

Das ist mutig, denn sie legen ihre Achillesferse offen. Das verdient Hochachtung. Und doch ist der Weg dorthin immer mit einer Entwicklung verbunden.

Die Mehrheit

Der absolute Großteil der Frauen und Paare bleibt jedoch anonym. Diese persönliche Entscheidung verdient ebenso Hochachtung, denn sie zeigt, dass persönliche Grenzen und Gefühle respektiert werden.

Anonymität bedeutet Schutz der Wunde.

Verabschiede Dich von dem Gedanken, dass Du nicht richtig bist, wenn Du Deine Wunde schützt.

Du bist gesund und normal, wenn Du Dich im Wartezimmern der Kinderwunschklinik nicht wohl fühlst oder wenn Du das Thema nach außen hin ausklammerst. Selbst wenn nicht einmal Deine Familie von Deinem Wunsch und Deinen Problemen weiß, ist das ok.

Erinnere Dich daran, dass es ein Gesetz der Natur ist, seine Wunde zu schützen.

Fazit

Achte behutsam auf Deine innere Stimme. Verleugne Dich nicht in Deinem inneren Bestreben nach Schutz oder Rückzug.

Vergleiche Dich nicht mit einer Pionierin oder einer Amazone. Du bist genau richtig, so wie Du bist.

Schau Dich in geschützten Bereichen um, die zu Deiner momentanen Verfassung passen und wo Du Frauen im Kinderwunsch triffst, die so fühlen wie Du.

Nimm Dir die Freiheit, jeden Tag neu für Dich zu entscheiden.

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

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Im Kinderwunsch an Deiner Seite – Kinderwunschpraxis Sterebogen

Die Zuversicht der Männer im Kinderwunsch – Das wird schon klappen!

Die Zuversicht der Männer im Kinderwunsch – Das wird schon klappen!

Die Zuversicht der Männer im Kinderwunsch – Das wird schon klappen!

Du steckst mitten im Kinderwunsch und hoffst sehnlichst auf einen positiven Schwangerschaftstest. Gefühlt hast Du Dir schon Hunderte gekauft, in manchen Monaten sogar mehrere benutzt – vielleicht war der erste Test ja ungültig, weil Du vielleicht zu lange/zu kurz auf das Ergebnis gewartet hast. Oder er hat nicht richtig funktioniert: sicher ist sicher.

Doch es hat wieder nicht geklappt. Der Test zeigt deutlich die traurige Wahrheit und kurz darauf setzt prompt die Blutung ein.

Wieso haben alle anderen ein Baby?

Du könntest heulen, Dich verkriechen, Dir einfach die Decke für die nächsten Tage über den Kopf ziehen. Die Welt ist schreiend ungerecht. Wieso haben alle anderen ein Baby? Selbst die, die es (scheinbar) am wenigsten verdient haben?

Die geraucht, getrunken und gefeiert haben, die sich schlecht ernähren und vielleicht sogar gar kein Kind wollen…?

Auf all diese Fragen gibt es keine endgültige Antwort. Am liebsten hättest Du sie aber sofort, um diesen traurigen und zermürbenden Zustand ein für alle mal zu beenden.

Du & Dein Partner

In dieser Not wendest Du Dich an Deinen vertrauten und geliebten Partner, teilst ihm das Testergebnis mit und weinst Herzens-Tränen. Dein Partner sieht Deine Traurigkeit, spürt wie unglücklich Du bist. Er nimmt Dich liebevoll in den Arm und antwortet:

„Mein Schatz, das wird schon werden. Wenn nicht diesen Monat, dann vielleicht im nächsten Monat. Ich bin auch so glücklich mit Dir.“

Wumms. Das sitzt.

Das wolltest Du nicht hören. In Deinen Ohren klingt es wie: „Mir ist ein Kind nicht so wichtig, ich kann auch ohne ein Kind leben. Ist doch nicht so schlimm.“

„Das wird schon klappen!“

Woher nehmen die Männer bloß diese Zuversicht, dieses „das wird schon klappen“?

Wollen sie eine ausweglose Situation umschiffen, oder sind sie ernsthaft der Überzeugung, dass es klappen wird?

Meiner Erfahrung nach sind die Männer tatsächlich der tiefen und ehrlichen Überzeugung, dass sie eines Tages mit ihrer Partnerin ein gemeinsames Kind haben werden (sofern keine zeugungs-/empfängnisausschließenden Erkrankungen vorliegen).

Fragt man sie in einer geschützten Atmosphäre wie es ihnen in der Kinderwunsch Zeit geht, geben sie oft an, dass die Traurigkeit ihrer Frau ihnen am meisten zu schaffen macht. Sie würden gerne helfen, die Traurigkeit beenden, den Wunsch per sofort erfüllen…Die Frage nach einem gemeinsamen Kind zweifeln sie in der Regel nicht an.

Hormone & Felsen

Der Mann unterliegt nicht den gleichen zyklischen Schwankungen. Er kann hormonell weniger beeinflusst auf die gemeinsame Situation blicken und erkennen, dass es immer wieder Chancen und Möglichkeiten gibt. Er zählt die Tage nicht in Monden oder Zyklushälften, sondern in Gemeinsamkeiten und Optionen.

Würde der Mann ebenfalls den wellenartigen Rhythmen unterliegen, wäre die gemeinsame Kinderwunschzeit vermutlich kaum zu bewältigen.

Was für ein Segen, dass die Männer oftmals (trotz eigener Sorgen) wie ein Fels in der Brandung stehen und ihren Frauen eine starke Schulter zum Anlehnen anbieten.

Würden wir die Sprache der Männer in Krisensituationen übersetzen können, wäre das eine wunderbare Kraftquelle auf dem ungewissen Kinderwunschweg.

Wie wäre es bis dahin mit einer kleinen Kinderwunsch-Sprachfibel aus meiner Praxis?

„Das wird schon klappen!“ = Lehne Dich an und tanke Zuversicht.

„Wenn nicht diesen Monat, dann vielleicht im nächsten Monat.“ = Ich behalte unseren Wunsch im Blick und zähle nicht die einzelnen Schritte auf dem Weg.

„Ich bin auch so glücklich mit Dir.“ = Ich liebe Dich!

Ich wünsche Dir viele positive Übersetzungen und von Herzen alles Gute für Euren gemeinsamen Kinderwunschweg. 

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Frauengesundheit und Kinderwunsch spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

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Im Kinderwunsch an Deiner Seite – Kinderwunschpraxis Sterebogen

Bist Du bereit für Deine Tiefen im Kinderwunsch?

Bist Du bereit für Deine Tiefen im Kinderwunsch?

Bist Du bereit für Deine Tiefen im Kinderwunsch?

Dein Kinderwunsch ist in jeder Zelle spürbar. Du sitzt auf Deinem Sofa und merkst: so kann es nicht weitergehen. Du fragst Dich: Was kann ich tun? Welchen Weg soll ich gehen? Was ist richtig für mich?

Wer bereit ist, sich auf den Kinderwunsch Weg zu machen, kann nur profitieren.

Für die aktuelle Situation, die oft mit vielen Herzschmerzen verbunden ist. Für die Zwischenstation, in der eine Pause und ein bewusstes Ausruhen die notwendige Kraft für die nächste Etappe spendet. Für den vertrauensvollen Sprung in das kalte Wasser: unsere eigenen Tiefen.

Unsere Tiefen

Unsere eigenen Tiefen sind manchmal die größten Hürden. Wir haben Angst vor dem, was uns dort begegnen könnte. Doch müssen wir alles zu 100% aufräumen, damit unser Wunschkind zu uns kommen kann?

An dieser Stelle kann ich Dir sagen: Oftmals ist das gar nicht nötig.

Manche Themen muss man nicht bis ins Detail zerbröseln. Ein guter Begleiter spürt die natürlichen Grenzen und kann sortieren, was der Arbeit hilft und zuträglich ist. Wie beim Zwiebelprinzip. Ganz vorsichtig Schicht für Schicht.

Spürst Du, dass es irgendwo einen Zusammenhang mit früheren Erlebnissen geben kann? Ganz instinktiv ohne genau sagen zu können, was es ist?

Mach Dich auf den Weg

Alles ist besser, als im eigenen Saft zu schmoren, die Kräfte schwinden zu sehen und sich weiter im Hamsterrad zu drehen. Hab keine Angst vor Dir selbst und Deinem Inneren. Werde Deine beste Freundin, die sich liebevoll an die Hand nimmt, sich selber Gehör verschafft und ganz viel Mut zuspricht.

Spuck sie aus, die Sätze, Sorgen, Gedankenspiralen und Schuldgefühle. Alles was raus ist, kann keinen Schaden mehr anrichten.

Jede Träne, die von Herzen geweint ist, lässt den großen See dahinter kleiner werden.

Am Ende des Weges

Ganz am Ende des Weges spürst Du auf einmal: es wird leichter. Der Rucksack, den Du getragen hast, enthält nicht mehr so viel Ballast wie am Anfang. Die Manschetten mit den schweren Gewichten konntest Du abstreifen.

Als Du noch allein und traurig auf Deinem Sofa gesessen hast und dachtest: es wird niemals besser.

Ab jetzt

Fang heute an, Dich umzuschauen. Wer kann Dich auf Deinem Weg weiterbringen? Wo kannst Du nach Unterstützung fragen und wieder ein Stückchen heile werden? Was genau brauchst Du jetzt – welches Gefühl meldet sich und würde am liebsten laut rufen: „Kümmere Dich um mich!“?

Du wirst in jeder Zelle spüren, dass die Kraft zurück kommt. Die Zuversicht, dass alles irgendwie gut werden kann. Das es individuelle Lösungen gibt, wo auch Du wieder zu Dir zurück finden kannst und aus tiefstem Herzen sagen kannst:

Mein Kind: Ich bin bereit!

Ilka Sterebogen

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