Künstliche Befruchtung gibt es nicht: Wie Dich diese Erkenntnis im Kinderwunsch befreien kann

Künstliche Befruchtung gibt es nicht: Wie Dich diese Erkenntnis im Kinderwunsch befreien kann

„Eines will ich Ihnen gleich sagen: Eine künstliche Befruchtung kommt für mich nicht in Frage!“

Mit diesen Worten betrat Martina W. meine Kinderwunsch Praxis und drückte mir im gleichen Moment einen dicken Aktenordner in die Hand, in dem sie fein säuberlich alle Untersuchungen und Diagnosen chronologisch gesammelt hatte.

Diese schriftlichen Informationen sind sehr wichtig und geben wertvolle Hinweise. Ich schaue mir jeden Befund an.

Noch wichtiger ist im ersten Schritt jedoch das persönliche Gespräch.

„Erzählen Sie mir von Ihrem Kinderwunsch und Ihrer bisherigen Zeit“, bat ich sie, ohne sofort auf die hochemotionale Aussage einzugehen.

Es sprudelte aus Martina nur so heraus und es tat ihr sichtlich gut, alles loszuwerden. Über Monate und Jahre hinweg hatte sich so vieles in ihr angestaut:

Ohnmacht, Traurigkeit, Wut, Diagnosen, Schockmomente, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, unendlich große Hoffnung und zeitgleich die Angst, dass es nie klappen könnte.

Es war nicht wichtig, dass in ihren Schilderungen alles kunterbunt durcheinander lief. Im Hintergrund sortierte ich längst Stück für Stück Martinas Kinderwunsch Weg, um anschliessend mit ihr einen persönlichen und individuellen Weg herauszuarbeiten.

Als ihre erste große Anspannung verflogen war, folgten Tränen der Entlastung. Martina hatte sich fest vorgenommen, nicht zu weinen. Nun war sie froh, auch auf diesem Weg Erleichterung zu spüren. Die Tränen taten gut.

„Warum kommt eine reproduktionsmedizinische Behandlung für Sie nicht in Frage?“ wollte ich behutsam von Martina wissen.

„Das stelle ich mir schrecklich vor – so künstlich eben. Und künstliches ist nicht echt. Das kann doch nicht gut sein.“

IVF / ICSI

Viele Frauen haben ganz unterschiedliche Vorstellungen einer IVF oder ICSI. Wer noch nie diesen Prozess durchlaufen hat, verspürt nicht selten Angst vor dem Ungewissen.

Kommt dann auch noch eine Begrifflichkeit hinzu, die irreführend ist, nährt es zusätzlich die Unsicherheit der Frauen und Paare. Als Folge sortieren sie diese Form der Behandlung als etwas negatives ein.

Zeitgleich entwickelt sich Angst in ihnen. Sie glauben, dass die Behandlung in einem Reproduktionszentrum die Endstation ihres Kinderwunschweges einläutet:

„Wenn selbst das nicht klappt, dann werden wir nie ein Kind haben können.“.

Paare setzen das Kinderwunschzentrum oftmals gleich mit ihrem letzten Strohhalm. Der letzten reellen Chance und der einzigen Versicherung, die sie noch auf dem Weg zu haben scheinen.

Martina war überrascht und hielt sofort inne, als ich ihr sagte:

„Eine künstliche Befruchtung gibt es nicht.“

Doch worum handelt es sich dann?

Richtig und auch passend wäre es, über eine „assistierte“ Befruchtung zu sprechen. „Assistieren“ bedeutet Hilfe leisten, mithelfen oder auch behilflich sein.

Bei Wikipedia finden wir ebenso eine irreführende Angabe:

„Künstliche Befruchtung oder assistierte Reproduktion ist die Herbeiführung einer Schwangerschaft ohne Geschlechtsverkehr und oftmals mithilfe eines medizinischen Eingriffs.“

Weder wird mit Sicherheit eine Schwangerschaft herbeigeführt, noch kann eine Garantie ausgesprochen werden, dass diese Methoden (wie jede andere auch) erfolgreich sein werden.

Eine Reproduktionsbehandlung (IVF / ICSI) ist eine zusätzliche Hilfe auf dem Kinderwunschweg. Sie ist eine wunderbare medizinische Errungenschaft und viele Paare sind froh, diese Unterstützung in Anspruch nehmen zu können.

Unter dieser medizinisch hochentwickelten Behandlung können wir bis zu dem Zeitpunkt der Verschmelzung von Samen und Eizelle dabei sein. Wir können unter dem Mikroskop beobachten, wie die Zellteilung beginnt. Ein aufregender und intensiver Moment!

Noch vor dem Transfer kann das Paar erneut durch das Mikroskop schauen und dann folgt der langersehnte Moment: Die befruchteten Eizellen werden vorsichtig zurück in die Gebärmutter gesetzt.

Wir erkennen deutlich: Hier ist nichts „künstlich“. Es wurde Hilfestellung geleistet. Das Wunder muss von ganz alleine passieren.

Bei einer IVF verbinden sich Eizelle und Samen vollkommen eigenständig. Bei einer ICSI kann die Hürde des Eindringens in die Eizelle überwunden werden.

Aber auch bei diesen Prozessen können wir nicht bis zuletzt über die Natur bestimmen – sie hat immer die Nase vorn.

Das Geheimnis der Lebensentstehung entzieht sich unserer Kenntnis. Die Forschung weiß schon viel über immunologische Prozesse, Botenstoffe und Hormone.

Doch letztendlich können wir diesem Wunder nur staunend und hoffend beiwohnen.

Wenn also die Frage nach einer Behandlung im Raum steht, dann wäre folgende Formulierung zur Klärung der eigenen Einstellung hilfreich:

„Ist es für mich vorstellbar, Hilfe in Form einer assistierten Befruchtung in Anspruch zu nehmen?“

Für Martina war diese Erkenntnis ein Meilenstein und eine unendliche Entlastung. Bisher hatte sie diese Aspekte noch nie gesehen und auch der andere Blickwinkel war neu für sie. Es machte „klick“ und sie konnte das Wort „künstlich“ – und alles was für sie damit verbunden war – Stück für Stück verabschieden.

Die Starre und Absolutheit ihrer anfänglichen Haltung konnte weichen und machte Platz für neue Erkenntnisse:

Der eigentliche Grund ihrer Ablehnung war nicht grundsätzlicher oder religiöser Art. Sie fühlte sich gelöst, denn nun konnte sie ihren Kinderwunschweg wieder aufnehmen.

Die zurückgewonnene Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit war eine wohltuende Befreiung.

Nun konnten wir sorgfältig und vor allen Dingen zielführend die Sprechstunde fortführen und Martinas individuellen Weg festlegen.

Im Kinderwunsch ist es wichtig, alle Optionen zu kennen und zu besprechen. Auch das Auflösen von inneren Blockaden oder Gedankenknoten kann sehr hilfreich sein: Es spart Zeit, Energie und ganz viel Kraft.

Erst wenn wir alle Ebenen betrachtet haben, kann sich ein strukturierter, wohlüberlegter und persönlicher Kinderwunschweg zeigen.

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

Das Kinderwunsch Intensiv Programm – Kinderwunschpraxis Sterebogen

Radikale Akzeptanz im Kinderwunsch

Radikale Akzeptanz im Kinderwunsch

Radikale Akzeptanz im Kinderwunsch

„Es klappt einfach nicht – ich werde nicht schwanger. Wir haben schon die zweite ICSI hinter uns und das Spermiogramm ist auch zum dritten Mal in Folge schlecht. Wir lassen uns nicht hängen. Negative Gedanken und Gefühle lassen wir nicht zu – immer schön positiv bleiben!“

Jede Frau und jedes Paar kennt diese oder eine ähnliche Situation und weiß, welche starken Gefühle mit dem unerfüllten Kinderwunsch verbunden sind. Diese intensiven Gefühle werden als „negativ“ eingestuft und oftmals unterbunden.

Auch im Kinderwunsch ist der Glaube verbreitet: „Immer schön positiv denken!“

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann eine echte Krise im Leben sein und es ist gut und ratsam, eine Strategie an der Hand zu haben, die in schwierigen Momenten hilft und unterstützt.

Mit „Denken“ hat eine Krise nichts zu tun – Gefühle wallen auf und überrollen uns zum Teil mit großer Macht.

In der Psychologie taucht in diesem Zusammenhang immer mal wieder der Begriff der „radikalen Akzeptanz“ auf.

Was ist „radikale Akzeptanz“?

Radikale Akzeptanz beschreibt eine Fähigkeit, die aktuelle Situation vollständig zu akzeptieren, da sie momentan nicht zu ändern ist.

In unseren Gedanken und Gefühlen bedeutet das, die Akzeptanz der momentanen Kinderlosigkeit.

Kann man die momentane Kinderlosigkeit wirklich akzeptieren?

Das ist keine leichte Übung, denn alles scheint sich innerlich dagegen zu sträuben. Die ungestillte Sehnsuch nach einem Kind ist manchmal kaum auszuhalten – wie kann man die Situation da annehmen und den über den Haufen geworfenen Lebensentwurf akzeptieren?

Automatisch ist man geneigt, sich gegen die Akzeptanz aufzubäumen. Denn was nicht sein soll, das kann man auch nicht akzeptieren. Und wenn man etwas akzeptiert, dann wird es wahr.

Dann werden Gefühle wahr, Ängste präsent, die Kinderlosigkeit wird greifbar.

Der erste Impuls ist oft, die Situation nicht zu akzeptieren:

„Nein, das geht gar nicht! Ich kann das nicht akzeptieren. Akzeptanz der Kinderlosigkeit fühlt es sich für mich wie ein Verrat meines tiefen Wunsches an. Oder, als wenn wir aufgeben würden…“

Die Auflehnung gegen eine momentan unabänderliche Situation kostet enorm viel Kraft. Und das über Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Monate und manchmal auch Jahre.

Kein Wunder, das viele Frauen an den Rand ihrer Kräfte kommen. Sie können dieses Seilziehen nicht gewinnen:

Ein Baby lässt sich nicht herbeizwingen und auch die x-te Behandlung kann uns keine Schwangerschaft versprechen. Wir befinden uns auf einem Weg, dessen Länge und Ziel wir nicht kennen.

Wie wäre es daher mal mit einem neuen Ansatz? Ein Ansatz, der die Anerkennung der eigenen Gefühle und der ungewissen Situation beinhaltet und auch ein aufkommendes starkes Gefühl nicht automatisch wegdrückt.

Es scheint verrückt, doch radikale Akzeptanz entlastet.

Auch wenn es Dir momentan noch nicht gelingen mag, die aktuelle Situation vollständig zu akzeptieren: Versuche es in kleinen, dosierten Schritten und gehe dort entlang, wo sich Dein größter Widerstand zeigt. Wo Du anfängst, Dich zu winden und Deine Gefühle in Wallungen kommen.

Das hat nichts mit Aufgeben oder Abschied zu tun. Es geht um die Anerkennung der aktuellen Situation und der Gefühle.

Oftmals wiegt im unerfüllten Kinderwunsch die Angst am schwersten: die Angst, niemals schwanger zu werden. Die Angst, dass es niemals klappen kann. Die Angst, nie ein eigenens Kind haben zu können.

Diese Angst kann lähmen. Sie kann zu einem völligen Stillstand führen, der uns in einer Sackgasse verharren lässt. Die eigene Hilflosigkeit wird dann besonders deutlich und man fühlt sich gefangen in der persönlichen Lebenskrise.

In einer Krise fängt man oft an Dinge zu tun, die schnell und ungefiltert eine Lösung bringen sollen. Am besten noch verschiedene Dinge gleichzeitig, die einen schön zerstreuen und einem das Gefühl geben, doch nicht ganz so hilflos zu sein:

  • die tausendste Recherche im Internet nach neuen Methoden
  • ein intensives Studium der neuesten Nahrungsergänzungsmittel
  • 5 Chats gleichzeitig in unterschiedlichen Foren, die aber keinen Schritt vorwärts bringen
  • die erschöpfende Jagd nach der glücksbringenden Zauberformel

Doch langsam neigt sich die Kraft auch dem Ende zu. Wir können nicht mehr, der Marathon hat alles gefordert und wir liegen platt und bewegungslos auf dem Sofa.

Zurück zu uns selbst durch radikale Akzeptanz

Akzeptanz kann uns den Weg für eine echte Veränderung bereiten. Sie hilft uns aus der Sackgasse heraus und lässt uns insgesamt leichter werden. Sie entlastet auf dem Kinderwunsch-Weg, klärt den Blick für das Hier & Jetzt und lässt uns wieder handlungsfähig werden.

Handlungsfähig für:

  • neue Wege
  • kluge Strategien
  • neue Impulse
  • mehr Achtsamkeit und Ruhe in unserem kostbaren Leben

Radikale Akzeptanz kann uns helfen, die Kinderwunsch Krise zu meistern. Und, ganz wichtig:

Radikale Akzeptanz heißt nicht, Dinge gut zu heißen oder positiv umzudeuten. Es zeigt vielmehr auf, das eine Situation momentan so ist, wie sie eben ist:

  • „Mein Kinderwunsch ist unerfüllt und das macht mich sehr traurig. So ist es.“
  • „Mein unerfüllter Kinderwunsch löst große Hilflosigkeit bei mir aus. So ist es.“
  • „Die Ungewissheit, ob ich je ein Kind bekommen werde, macht mir Angst. So ist es.“

Doch warum heißt es „radikal“?

Radikal wird die Akzeptanz in dem Moment, in dem Du Deinem intensiven Gefühl bewusst begegnest. Wenn Du Dich plötzlich in einer von Gefühlen überwältigten Situation befindest und sie im gleichen Augenblick wahrnimmst und zulässt.

Die große Traurigkeit, den nagenden Neid, die zehrende Hilflosigkeit. Die Angst.

Emotionen sind biochemische Reaktionen, die im Körper intelligent und völlig automatisch ablaufen. Lässt man die Kaskade an biochemischen Abläufen geschehen, so durchlaufen sie jede Zelle in uns und verlassen unseren Körper wieder, ohne Schaden anzurichten.

In unserem Kinderwunsch Alltag kann das eine wertvolle und krafterhaltende Strategie sein:

Begegne Deinen intensiven Gefühlen im gleichen Augenblick, in denen Du sie spürst. Halte einen Moment inne, nehme sie vollends wahr und lass sie geschehen. Nach der Wahrnehmung und Anerkennung werden sie vorbei ziehen. So ist es.

Wie eine Welle, die sich anbahnt, aufbäumt, am Höhepunkt bricht um dann am Ufer sanft auszulaufen.

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

Das Kinderwunsch Intensiv Programm – Kinderwunschpraxis Sterebogen

Natürliche Killerzellen: Wenn eine Erhöhung die Einnistung erschwert

Natürliche Killerzellen: Wenn eine Erhöhung die Einnistung erschwert

Natürliche Killerzellen: Wenn eine Erhöhung die Einnistung erschwert

Patricia und Georg haben einen unerfüllten Kinderwunsch. Ihre liebevolle und intensive Beziehung gibt ihnen sehr viel Kraft und die Krisen auf dem Kinderwunschweg haben sie noch fester zusammengeschweisst.

Gemeinsam haben sie sich nach zwei Jahren Kinderwunschzeit für den Gang in eine Kinderwunschklinik entschlossen, konnten doch bisher noch keine Gründe für die ausbleibende Schwangerschaft gefunden werden.

Patricias Zyklus ist regelmäßig, die Untersuchungen bei der Gynäkologin haben keine Auffälligkeiten ergeben, beide sind gesund und auch ihr soziales und berufliches Umfeld ist so, wie sie es sich wünschen.

Welches Hindernis könnte es auf dem Weg zum Wunschkind geben?

In der Kinderwunschkinik wurden beide ausführlich untersucht. Georgs Spermiogramm war ausserordentlich gut und Patricias hormonelle Lage war ebenfalls wunderbar.

Es wurden zwei IVF Behandlungen durchgeführt, die sehr gut anschlugen. Eine Schwangerschaft kam trotz bester Voraussetzungen nicht zustande.

Es kamen weitere Untersuchungen hinzu, bei denen ein möglicher Grund für die ausbleibende Schwangerschaft gefunden werden konnte.

Mit Hilfe einer immunologischen Untersuchung wurde festgestellt, dass die Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) in Patricias Blut erhöht waren.

Mit einer Erhöhung der NK-Zellen kann es unter Umständen zu Störungen von gesunden immunologischen Vorgängen kommen.

Hinsichtlich einer gewünschten Schwangerschaft könnte es zum Beispiel zu einem wiederholten Einnistungsversagen kommen oder auch zu einer frühen Fehlgeburt.

Was sind Natürliche Killerzellen?

Die NK-Zellen sind eine Untergruppe der Lymphozyten (weißen Blutkörperchen) und gehören ganz regulär zu unserem Immunsystem dazu. Als Wächter unseres Immunsystems erkennen sie infizierte oder auch krankhaft veränderte Zellen und töten sie ab.

Wird eine größere Truppe an NK-Zellen gebraucht, wird ihre Anzahl im Blut erhöht.

Worin liegt das Problem?

Durch die Erhöhung der NK-Zellen kann es zu Störungen von gesunden immunologischen Vorgängen im Körper kommen. Wird eine Eizelle befruchtet, bedeutet das für unser Immunsystem eine große Leistung. Alle Vorgänge müssen optimal ineinander übergreifen.

Eine Schwangerschaft ist für den Körper ein ganz besondere Situation: Zum einem wird alles für die Entwicklung des Embryos getan und zum anderen wird das Erbmaterial des Vaters als „fremd“ eingestuft.

Sind die NK-Zellen erhöht kann es passieren, dass sich das Embryo nicht einnistet, oder nach der Einnistung wieder abgestossen wird.

Dabei sind die NK-Zellen nicht bösartig oder schlecht: sie sind vielmehr fehlgeleitet und greifen „aus Versehen“ neu entstehendes Leben an.

→ Für eine Einnistung und gesunde Schwangerschaft benötigen wir unabdingbar ein ausgeglichenes Immunsystem.

Patricias Therapieempfehlung

In der Kinderwunschklinik wurde Patricia eine Cortisonbehandlung (Dexamethason/Prednisolon) vorgeschlagen.

Das Cortison dämpft das Immunsystem und wird in den ersten Schwangerschaftswochen durchgehend täglich eingenommen. Die Wirkstoffmenge und auch die Länge der Einnahme kann jedoch erheblich schwanken. Regelmäßige Blutkontrollen beim Arzt geben Aufschluss, wie viel und wie lange das Medikament gegeben werden muss.

Cortison ist ein Hormon (Cortisol) und ein Medikament zugleich: Es hemmt Entzündungen und unterdrückt immunologische Reaktionen. Sollte also zusätzlich noch ein Entzündungsprozess laufen (wie zum Beispiel bei autoimmunen Erkrankungen), würde dieser gleich mit gepuffert.

Die NK-Zellen werden durch das Medikament in ihrer Aktivität gebremst, was einer Einnistung und dem Fortbestehen einer Schwangerschaft zugute kommen soll.

Vorteil: Cortison wirkt schnell.

Der Zwischen-Stopp

Patricia und Georg riefen mich in der Kinderwunschpraxis an und baten um einen Kinderwunsch Immunologie Check.

In unserem Treffen schilderten sie mir Ihren Weg und ihre Sorgen. Es stellte sich heraus, dass sie sich mit der Empfehlung der Cortison-Einnahme nicht recht wohl fühlten. Patricia fragte sich, ob es eine Alternative in der ergänzenden Medizin gäbe.

Sie hatten das Verständnis, dass Cortison zwar ein gängiges und erprobtes Medikament sei, jedoch nicht an der Ursache der erhöhten NK-Zellen ansetze.

„Was macht das Cortison mit meinem Körper, wenn ich es längerfristig einnehmen muss? Was passiert, wenn es langsam abgesetzt wird? Und vor allen Dingen: was kommt danach?“ fragte sich Patricia.

Während der Beratungsstunde filterte ich die Bedürfnisse und Wünsche von dem Paar und machte ihnen folgenden Vorschlag:

Machen wir uns zuerst auf die Suche nach der Ursache.

Der Körper muss einen Grund haben, warum die NK-Zellen vermehrt aktiv sind.

Ursächlich können mehrere Dinge in Betracht kommen. In der Anamnese, also der Vorgeschichte des Menschen, kann man die Ursachen eingrenzen und dann gezielt in die Untersuchung gehen.

Patricias Blut wurde erneut ins Labor geschickt. Diesmal mit dem Auftrag, ihren Immunstatus abzubilden.

Mit Hilfe eines Immunstatus kann man sehen, ob das Immunsystem „zu reaktiv“ oder „zu schwach“ arbeitet. Darüber hinaus kann man erkennen, ob das Immunsystem mit einer bakteriellen oder einer viralen Belastung zu tun hat. Beide Varianten können eine große immunologische Rolle spielen.

Ergänzend zum Immunstatus haben wir ein paar spezielle „Suchaufträge“ nach Viren und Bakterien gemacht, die zu Patricias persönlicher Situation passten.

Das Labor-Ergebnis

Patricias Ergebnis zeigte, dass ihr Immunsystem mit Viren kämpft. Dafür muss sie sich nicht krank fühlen: Der Kampf läuft vielmehr im Hintergrund ab und kann sich durch vielfältige – im Einzelfall nicht auffällige – Symptome bemerkbar machen.

Manche Viren haben die Fähigkeit, sich der Kontrolle des Immunsystems zu entziehen und es anschliessend zu manipulieren. Es gibt hochentwickelte Viren, die in den Zellen sitzen und die Sprache des Immunsystems nachahmen können. Sie unterbinden Abläufe, manipulieren Zellen oder bremsen Abläufe aus.

Patricias Körper hatte verstärkt mit Viren der Herpes-Gruppe zu tun – ohne dass sie die klassischen Herpes-Bläschen an der Lippe hatte oder andere signifikante Symptome. Unter anderem war ihr Immunsystem auch durch eine Reaktivierung des Epstein-Barr-Virus geschwächt, von dessen Existenz sie niemals etwas bemerkt hatte.

Ihre NK-Zellen schossen als natürliche Konsequenz in die Höhe, um die infizierten Zellen zu eliminieren.

Die Therapie

Patricia bekommt nun in den nächsten Monaten eine Therapie, die sich „Mikroimmuntherapie“ nennt. Mit Hilfe dieser sanften Methode kann das Immunsystem moduliert, und zeitgleich auf den Erreger eingegangen werden.

Zum Einsatz kommen hoch verdünnte immuneigene Substanzen, die Informationen an das Immunsystem übermitteln. Das gestörte Immunsystem wird nach und nach wieder in die Lage versetzt, natürlich und effizient zu reagieren.

Weitere Inhaltsstoffe zielen auf bestimmte Eiweißstrukturen des jeweiligen Virus ab. Wird das Virus beim „Ablesen“ oder „Übersetzen“ gehemmt, ist es nicht weiter lebensfähig und kann sich somit auch nicht weiter ausbreiten. Dem Immunsystem wird Schritt für Schritt Luft verschafft.

Luft die es braucht, um anschliessend wieder regelrecht zu arbeiten und angemessen reagieren zu können.

Die Mikroimmuntherapie ist eine ausgeklügelte Therapieform: Sie nutzt die gleichen Kommunikationswege wie das Immunsystem. Eine sehr kluge Vorgehensweise, wie ich finde.

Die Vorteile

  • Die Mikroimmuntherapie setzt direkt am Immunsystem an.
  • Bisher sind keine Nebenwirkungen bekannt.
  • Die Therapie kann zuhause weitergeführt werden.
  • Die Einnahme erfolgt unter der Zunge = sehr gute Aufnahme von Informationen durch immunkompetente Zellen.
  • Es sind nur sehr kleine Wirkstoffdosen erforderlich.
  • Die Therapie ist mit den meisten anderen Therapien gut vereinbar.
  • Sie dient der Behandlung von Symptomen und Ursachen.

Die Nachteile

  • Man braucht ein wenig Geduld. Je nach Ausprägung sollte man mindestens 3-4 Monate Behandlungszeit einplanen.

Patricia & Georg

Für Patricia und Georg ist dieser Weg eine sehr gute Alternative. Die Behandlungsintervalle im Kinderwunschzentrum haben sie körperlich und seelisch extrem gefordert. Ihr Wunsch war es, sich zu sammeln, zu erholen und eine Pause zu haben, die sie sinnvoll nutzen können.

Patricias Immunsystem erhält die Chance, wieder in Balance zu kommen. So schaffen wir auf sanfte und zugleich effektive Weise eine gute Ausgangsposition für eine natürliche oder auch assistierte Empfängnis sowie eine gesunde Schwangerschaft.

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

Kinderwunsch Immunologie Check der Kinderwunsch Praxis Sterebogen

Das Kinderwunsch Intensiv Programm – Kinderwunschpraxis Sterebogen

 

Warum werde ich nicht schwanger? Wie Du Dich aus dem Gedankenkarussell befreien kannst.

Warum werde ich nicht schwanger? Wie Du Dich aus dem Gedankenkarussell befreien kannst.

Warum werde ich nicht schwanger?

„Warum werde ich nicht schwanger?“ – das ist die natürlichste Frage der Welt, wenn Du Dir ein Baby wünschst und die ersehnte Schwangerschaft noch auf sich warten lässt.

Die Sehnsucht nach dem Wunschkind ist der Motor unseres Herzens, eine Erklärung zu finden. Die Frage „Warum werde ich nicht schwanger?“ ist der Ausdruck unseres Bewusstseins, um von dort aus Lösungen zu finden.

Wir machen uns auf, um Ärzte zu konsultieren. Wir vereinbaren Termine in einem Kinderwunschzentrum oder suchen ergänzend begleitende Praxen auf. Die größte Hoffnung liegt darin, eine Diagnose und eine Erklärung zu finden. In vielen Fällen ist das auch möglich und die Frauen/Paare sind erleichtert, eine Antwort zu haben.

Denn mit dieser Antwort kann man aktiv werden und etwas tun. Man fühlt sich nicht mehr ausgeliefert und hilflos. Auch wenn die Erkenntnis keine Garantie auf eine Schwangerschaft ist: man hat einen Grund gefunden und kann daran arbeiten.

Doch was machen Frauen, die keine medizinische Erklärung ihrer ungewollten Kinderlosigkeit in den Händen halten?

Sie bleiben weiterhin im nagenden Ungewissen. Zum einen sind sie erleichtert, dass keine (schlimme) Diagnose im Raum steht. Zum anderen fühlen sie sich unerlöst, denn keinen Grund zu finden lässt die Seele nicht zur Ruhe kommen.

Frauen, die ohne erkennbaren Grund kinderlos bleiben, stellen sich im Laufe der Monate und Jahre immer wieder diese Frage:

„Warum werde ich nicht schwanger?“

Dein Gedankenkarussell ist längst gestartet. Doch wie es bei einem Karussell immer der Fall ist: es geht rund und rund und rund. Wirklich vorwärts bringt einen das nicht. Spätestens bei der 10. Runde wird einem so schwindelig, dass man sich wünscht, das Karussell würde endlich anhalten.

Die Frage „Warum werde ich nicht schwanger?“ kann zu einer alles vorherrschenden Fragestellung werden. Alles im Leben wird nach dieser Frage ausgerichtet, unter die Lupe genommen, auf Links gedreht und neu sortiert.

Jedes Ereignis, jeder Konflikt, jedes ungesunde Lebensmittel, ja sogar jeder Schritt abseits eines vermeintlich perfekten und vorbildlichen Lebensweges kann als Auslöser – und als mögliche Antwort – in Frage kommen.

Frauen geraten auf diesem Weg nicht selten in eine sehr kräftezehrende Spirale, die all ihre Ressourcen fordert. Sie lesen sich in sämtliche medizinische Artikel ein, sind in Facebook-Guppen und reproduktionsmedizinischen Foren unterwegs, kennen längst alle Bücher zu diesem Thema und sind Experten auf dem Gebiet der neuesten superfood-Forschungen für mehr Fruchtbarkeit.

Im gleichen Atemzug lässt sich erspüren, wie viel Kraft das kostet. Zusätzlich zum ganz normalen Alltagswahnsinn mit Job, Verpflichtungen, Haushalt, Freundschaftspflege und den täglichen Sonderaufgaben. Die körperliche Kraft ist eine Sache – doch was ist mit der emotionalen Kraft unserer Psyche?

Die emotionale, psychische Kraft kann sich genau so erschöpfen, wie die körperliche Kraft. Beide Kraftressourcen sind gleich wichtig auf dem Kinderwunschweg von dem wir nie wissen, wie lange er dauern wird.

Aus diesem Grund lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.

Gibt es vielleicht unbewusste Kraft- & Energieräuber?

Wenn Du Dich im Kinderwunsch befindest und diese Fragen von Dir sein könnten, dann sind die folgenden Informationen und Hintergründe vielleicht hilfreich für Dich:

  • Warum passiert mir das?
  • Was habe ich falsch gemacht?
  • Warum werde ich nicht schwanger?

Diese Art der Fragestellungen haben eine „unsichtbare“ Komponente, die auf den ersten Blick nicht wahrnehmbar ist:

Sie lenken unser Denken und unser Fühlen zum Negativen hin. Sie führen in der Antwortsuche zum Unglücklichsein bzw. zur Unglücksbestätigung. Wie das funktioniert? Mit unserem von Natur aus integriertem Brain-Google.

Brain-Google

Unser Gehirn hat eine Art Suchmaschine integriert. Stellen wir uns eine Frage, sucht es bewusst und unbewusst nach einer Antwort.

Ob wir wachen oder schlafen…es sucht radikal und unaufhaltsam auf allen Ebenen. Unser Gehirn sucht so lange, bis es eine plausible Antwort gefunden hat, die erstmal Sinn macht. Doch die Antworten sind bei dieser Art Fragestellungen negativ geprägt und bestätigen, warum etwas nicht geht.

In unserem Fall sucht unser Gehirn so lange nach einer Antwort, warum wir nicht schwanger werden.

Die gefundenen Antworten sind in der Regel nicht weiterführend, sondern fungieren als eine Art Sackgasse.

Wenn wir also unsere innere Suchmaschine konstruktiv anwerfen wollen, dann sollten wir das mit einer positiven Frage tun. Wir brauchen die richtige Formulierung – das kann und sollte man üben. Übrigens auch für andere, wichtige Bereiche in unserem Leben.

Konstruktive Übung

Nimm Dir ein leeres Blatt Papier und notiere Deine Frage. Nimm die Frage, die als erstes aus Deinem Inneren hochkommt, wenn Du an Deinen Kinderwunsch denkst.

Untersuche nun Deine Frage: ist sie so forumuliert, dass nur eine positive/weiterführende Antwort erscheinen kann? Du kannst solange an Deiner Frage formulieren oder feilen, bis es nur eine positive Antwort geben kann.

Es ist sehr interessant zu sehen, wie sich die Fragen unter diesem Aspekt verändern können.

Diese Ausnahme solltest Du kennen.

Eines vorab: es gibt eine Ausnahme. Über eine Empfängnis kann man nicht verhandeln. Weder auf dem Papier noch im Gebet. Denn für die Entstehung eines Lebens braucht es ein Wunder, welches wir einladen aber nicht erzwingen können.

Auch bei der noch so perfekt positiv formulierten Fragestellung können wir nicht die ersehnte Schwangerschaft zum Ziel machen. Folgende Fragestellung klappt also für unsere Suchmaschine nicht:

„Was könnte und müsste ich tun, damit ich mit 100%er Sicherheit und Garantie schwanger werde?“

Wie Du  „Warum werde ich nicht schwanger?“ in eine positive und hilfreiche Frage umwandeln kannst.

Nehmen wir uns das vor, was in der Kinderwunschzeit am allerwichtigsten ist: die Gesunderhaltung unserer Seele und unserers Körpers.

Es kann immer wieder mal ein Auf und Ab geben – das ist nicht weiter schlimm, so lange wir auch Zeiten haben, in denen wir uns gut um uns kümmern und die Balance im Blick behalten.

Versuche die Frage „Warum werde ich nicht schwanger?“ nicht weiter zu verfolgen. Wandele sie lieber um in eine hilfreiche und weiterführende Frage, wie diese zum Beispiel:

„Was könnte und müsste ich tun, damit es meiner Seele gut geht?“

„Was könnte und müsste ich tun, damit ich körperlich in meiner Kraft bleibe?“

„Wie kann ich meine Wahrnehmung wohltuend ändern, dass ich Hilfen auf meinem Weg sicher erkenne?“

Die Antworten hierzu kommen nicht selten über Nacht. Das Gehirn arbeitet zu dieser Zeit auf Hochtouren, sortiert wichtiges von unwichtigem aus, schaltet neue Verbindungen und kappt Verbindungen, die sich als nicht wichtig erwiesen haben.

Das hilft uns in der Kinderwunschzeit enorm. Wenn Du den Wunsch hast, aus dem Gedanken-Karussell auszusteigen, dann:

Probiere es einmal aus.

Probiere es aus und schreibe Deine ganz persönliche Fragestellung auf. Feile an ihr, bis nur noch eine positive und hilfreiche Antwort gefunden werden kann. Du kannst sie auch für den „cross-check“ einer vertrauten Person vorlesen: sollte sie keine negative Antwort finden, ist der Test bestanden.

Lies Deine Frage noch einmal im Bett durch, bevor Du abends das Licht ausknipst. Vertraue darauf, dass Du die Antwort finden wirst. Denn sie ist bereits in Dir drin.

Ich wünsche Dir einen kraftvollen Tag, spannende Erkenntnisse und heute Nacht angenehme Träume!

Ilka Sterebogen

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Nervige Fragen im Kinderwunsch

Nervige Fragen im Kinderwunsch

Nervige Fragen im Kinderwunsch – „Wann ist es denn bei Euch soweit?“

Grenzüberschreitungen passieren besonders gerne in den Momenten, in denen man nicht damit rechnet. Frauen im unerfüllten Kinderwunsch können ein Lied davon singen.

Bekannte, weitläufige Freunde, Arbeitskollegen – ja sogar fremde Menschen können ihre Neugierde nicht im Zaum halten und fragen (völlig unbedarft) in einer belanglosen Kommunikation nach der Fortpflanzungswillig- und -fähigkeit ihrer Gesprächspartnerin.

Dabei scheint es auch keine Rolle zu spielen, wo das Gespräch stattfindet. Auf dem Wochenmarkt wird genauso ungeniert gefragt wie in der Firmen-Teeküche, auf Parties oder beim Discounter zwischen den Regalen.

Die Frage nach dem Nachwuchs ist für viele Frauen das normalste auf der Welt – für Frauen, die sich sehnlich ein Baby wünschen, kommen diese Fragen einem Minenfeld gleich.

Die Frage-Klassiker

Wann ist es denn bei Euch soweit?
Wird es nicht langsam Zeit für Euch?
Willst Du nicht oder kannst Du nicht?
Wird das über 40 (35, 30…) nicht schwierig?

Der Schockmoment

Kennst Du dieses Gefühl, wenn Dich diese Frage kalt erwischt? Innerhalb von Millisekunden wechseln sich die Gefühle rasend schnell ab: das Herz ist getroffen, die innere Abwehr baut sich auf, bloß nichts anmerken lassen, schnell eine schlaue Antwort finden und zum krönenden Schluß kommt die Wut über die eigene Unsicherheit und die Unsensibilität des Anderen.

Um ein wenig Fassung ringend antwortest Du vielleicht:

Die Klassiker-Antworten

Es passt gerade nicht.
Wir sind so im Stress und haben keinen Kopf dafür frei.
Ich bin noch nicht soweit.
Wir sind uns da noch nicht im Klaren.

Das Problem an diesen Antworten liegt darin, dass sie dem Fragenden Spielraum bieten weiter zu fragen. Und ohne dass Du Dich versiehst, bist Du in ein unangenehmes Katz- und Mausspiel verwickelt, welches Dir noch nachträglich zu schaffen machen kann.

Der Konflikt

Viele Frauen kommen in diesen Momenten in einen inneren Zwiespalt. Sie möchten weder die Wahrheit sagen, noch ihren eigenen Herzenswunsch negieren.

Innerlich schreit alles nach Empfängnis, die Sehnsucht ist riesengroß und die richtige Antwort wäre: „Ja, ich wünsche mir sehnlichst ein Baby und kann den unerfüllten Kinderwunsch kaum ertragen. Deine Frage trifft mich sehr“.

Kein Wunder, dass das Gehirn in so einer Konfliktsituation durcheinander gerät. Das Herz ruft etwas anderes, als der Verstand sagen möchte.

Die Lösung

In meiner Beratung übe ich mit Frauen in kurzer Zeit die richtige Antwort auf aufdringliche Fragen zu finden. Dabei gibt es nicht „die eine richtige Antwort“, denn sie muss ganz genau zu der Frau passen, die sie ausspricht. Nur dann kann sie kraftvoll und schützend auch in den unvorhergesehensten Augenblicken parat sein.

Das kann ein raffiniertes Ausweichmanöver sein oder auch eine saftige knappe Lüge.

Die Übung

Notiere Dir die Fragen von anderen, die dich am meisten treffen. Spüre in Dich hinein und formuliere die Antwort, die Du am liebsten sagen würdest. Alles ist möglich, nur eines ist wichtig: Deine Antwort muss kurz und knackig sein.

Übe das Fragen & Antwort Spiel ein paar Mal. Stell Dich vor den Spiegel und sage Deine Antwort laut und kräftig. So lange, bis sie wie aus der Pistole geschossen kommt und Du sie in jeder Situation automatisch abrufen kannst.

Warum nicht mal ein klares „Das geht Dich nichts an“ platzieren? Oder die Frage (gekonnt) ignorieren und zum nächsten Thema übergehen? Vielleicht bist Du auch kreativ veranlagt und drehst den Spieß mit einer ähnlich neugierigen (und genauso unpassenden) Frage um?

Hauptsache, die Antwort passt zu DIR und gibt Dir den Schutz, den Du brauchst. Du musst Dich weder erklären noch rechtfertigen. Und sollte Dein Gegenüber beleidigt sein: lass das Problem dort, wo es ist – es ist nicht Deins.

Abschlussgedanken

Wir können die Menschen in unserem Umfeld nicht ändern. Es wird immer Menschen geben, die unbedarft ihre Fragen stellen, um ihre eigene Neugierde zu befriedigen. Sie wollen uns damit nicht schaden, denken aber vermutlich auch nicht über die Wirkung ihrer Worte nach.

Die eigenen Grenzen zu wahren ist wichtig, ganz besonders in einer so sensiblen Zeit wie der Kinderwunschzeit.

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

Das Kinderwunsch Intensiv Programm – Kinderwunschpraxis Sterebogen