Kinderwunsch: Schwanger unter dem Weihnachtsbaum

Kinderwunsch: Schwanger unter dem Weihnachtsbaum

Wenn die Energie in der Weihnachtszeit hoch geht und sowohl Stress, als auch Emotionen wie durch einen unsichtbaren Zauber zunehmen, wandelt sich vielleicht auch Dein Kinderwunsch-Gefühl.

Als wäre es Magie, wird der an sich schon intensive Wunsch nach einem Kind in Dir noch spürbarer, noch zehrender und noch verlangender.

„Ach wäre es schön, wenn ich meinem Partner/meiner Familie an Weihnachten mitteilen könnte, dass ich schwanger bin!“

Es scheint, als wäre es das schönste Geschenk zu Weihnachten, welches Du stolz und gleichzeitig erlöst symbolisch unter den Christbaum legen könntest. Die Augen würden glänzen und Freudentränen rollen.

Die Gläser werden erhoben und Du stößt glücklich mit Apfelsaftschorle an.

Zugegeben, es hat ein sehr romantischen Bild, den positiven Schwangerschaftstest oder ein paar Söckchen in eine hübsche Schachtel zu legen und sie mit einer glitzernden Schleife zu verzieren. Wie groß würden die Augen des Partners oder der Familie sein, wenn er die Schleife löst, den Deckel öffnet und so die frohe Botschaft sieht…

Doch warum fokussiert sich so viel auf das Weihnachtsfest? Warum soll sich spätestens zu diesem Zeitpunkt im Jahr der Kinderwunsch bitte unbedingt erfüllen – allerallerspätestens vor Silvester?

Sind wir vielleicht so sehr durch unsere Kindheit geprägt, dass der allergrößte Wunsch bis Weihnachten zu warten hat? Das nur wirklich große Wünsche an Weihnachten überhaupt erfüllt werden können?

Das der magischen Weihnachtszauber vielleicht so viel Kraft versprüht, dass bisher Unmögliches möglich wird?

Hast Du diese Denkweise vielleicht sogar Jahrzehnte mit Dir rumgeschleppt und nun –  Mitte Dreißig oder Anfang Vierzig – auf Deinen Kinderwunsch umgemünzt?

Oder läutet Weihnachten das Ende des Jahres ein und bezeugt somit 12 vergangene Zyklen, in denen sich leider (wieder) keine Schwangerschaft bei Dir eingestellt hat.

Weihnachten ist für viele Menschen der Höhepunkt des Jahres.

Sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht.

Vielleicht wird auch Dir schon ganz unwohl, wenn Du an die Feiertage denkst: Konzentrierte Familientreffen, viel Zeit zuhause, freie Tage zum Nachdenken und Fühlen – und vielleicht auch zum Weinen.

Ich kann dieses Phänomen jedes Jahr auch in meiner Praxis beobachten und habe es liebevoll das „Schwanger unter dem Weihnachtsbaum-Syndrom“ genannt.

Rückt Weihnachten näher, steht das Telefon nicht mehr still und das Email-Postfach quillt über. Viele Frauen möchten jetzt noch einmal richtig durchstarten in Sachen Kinderwunsch.

Das Gefühl der Ohnmacht verleitet zu Aktivismus, denn wenn man etwas tun kann, setzt einem die Hilflosigkeit nicht ganz so erbarmungslos zu.

Dabei ist der Endspurt zum Jahresende gar kein wirklicher Endspurt.

Es ist nur ein Datum in Deinem Kopf und in Deinem Kalender.

Du lebst mit einer jahrtausend alten Errungenschaft, Tagen und Monaten Namen zu geben, damit sich das Zusammenleben von uns Menschen auf Erden vernünftig gestalten kann. Als „cherry on the cake“ gibt es Feste und Feiertage, die unser Leben und Erleben bereichern und auch strukturieren.

Doch Deinem „Baby-in-spe“ ist das herzlich schnuppe.

Für Dein Wunschkind ist es nicht wichtig, ob Samstag, Weihnachten. Frühling oder Nachmittag ist. Es hat seine eigene Zeit, kennt kein Datum und keinen Feiertag. Auch kennt es Deinen Kalender nicht und weiß nichts von genau 12 Zyklen im Jahr.

Und vielleicht stimmt Weihnachten auch gar nicht mit seiner eigenen Zeitrechnung überein. Vielleicht hat es sich sein ganz individuelles Zeitfenster geschaffen und schaut lächelnd zur Dir herüber und sagt:

„Hallo Mama, was soll ich denn unter diesem grünen Nadelbaum? Warum leuchtet der so wundersam? Wenn Du ihn schön findest, freue ich mich sehr mit Dir. Doch ich habe meine eigene Zeit. Vertraue mir und lehne Dich zurück.“

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

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Künstliche Befruchtung gibt es nicht: Wie Dich diese Erkenntnis im Kinderwunsch befreien kann

Künstliche Befruchtung gibt es nicht: Wie Dich diese Erkenntnis im Kinderwunsch befreien kann

„Eines will ich Ihnen gleich sagen: Eine künstliche Befruchtung kommt für mich nicht in Frage!“

Mit diesen Worten betrat Martina W. meine Kinderwunsch Praxis und drückte mir im gleichen Moment einen dicken Aktenordner in die Hand, in dem sie fein säuberlich alle Untersuchungen und Diagnosen chronologisch gesammelt hatte.

Diese schriftlichen Informationen sind sehr wichtig und geben wertvolle Hinweise. Ich schaue mir jeden Befund an.

Noch wichtiger ist im ersten Schritt jedoch das persönliche Gespräch.

„Erzählen Sie mir von Ihrem Kinderwunsch und Ihrer bisherigen Zeit“, bat ich sie, ohne sofort auf die hochemotionale Aussage einzugehen.

Es sprudelte aus Martina nur so heraus und es tat ihr sichtlich gut, alles loszuwerden. Über Monate und Jahre hinweg hatte sich so vieles in ihr angestaut:

Ohnmacht, Traurigkeit, Wut, Diagnosen, Schockmomente, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, unendlich große Hoffnung und zeitgleich die Angst, dass es nie klappen könnte.

Es war nicht wichtig, dass in ihren Schilderungen alles kunterbunt durcheinander lief. Im Hintergrund sortierte ich längst Stück für Stück Martinas Kinderwunsch Weg, um anschliessend mit ihr einen persönlichen und individuellen Weg herauszuarbeiten.

Als ihre erste große Anspannung verflogen war, folgten Tränen der Entlastung. Martina hatte sich fest vorgenommen, nicht zu weinen. Nun war sie froh, auch auf diesem Weg Erleichterung zu spüren. Die Tränen taten gut.

„Warum kommt eine reproduktionsmedizinische Behandlung für Sie nicht in Frage?“ wollte ich behutsam von Martina wissen.

„Das stelle ich mir schrecklich vor – so künstlich eben. Und künstliches ist nicht echt. Das kann doch nicht gut sein.“

IVF / ICSI

Viele Frauen haben ganz unterschiedliche Vorstellungen einer IVF oder ICSI. Wer noch nie diesen Prozess durchlaufen hat, verspürt nicht selten Angst vor dem Ungewissen.

Kommt dann auch noch eine Begrifflichkeit hinzu, die irreführend ist, nährt es zusätzlich die Unsicherheit der Frauen und Paare. Als Folge sortieren sie diese Form der Behandlung als etwas negatives ein.

Zeitgleich entwickelt sich Angst in ihnen. Sie glauben, dass die Behandlung in einem Reproduktionszentrum die Endstation ihres Kinderwunschweges einläutet:

„Wenn selbst das nicht klappt, dann werden wir nie ein Kind haben können.“.

Paare setzen das Kinderwunschzentrum oftmals gleich mit ihrem letzten Strohhalm. Der letzten reellen Chance und der einzigen Versicherung, die sie noch auf dem Weg zu haben scheinen.

Martina war überrascht und hielt sofort inne, als ich ihr sagte:

„Eine künstliche Befruchtung gibt es nicht.“

Doch worum handelt es sich dann?

Richtig und auch passend wäre es, über eine „assistierte“ Befruchtung zu sprechen. „Assistieren“ bedeutet Hilfe leisten, mithelfen oder auch behilflich sein.

Bei Wikipedia finden wir ebenso eine irreführende Angabe:

„Künstliche Befruchtung oder assistierte Reproduktion ist die Herbeiführung einer Schwangerschaft ohne Geschlechtsverkehr und oftmals mithilfe eines medizinischen Eingriffs.“

Weder wird mit Sicherheit eine Schwangerschaft herbeigeführt, noch kann eine Garantie ausgesprochen werden, dass diese Methoden (wie jede andere auch) erfolgreich sein werden.

Eine Reproduktionsbehandlung (IVF / ICSI) ist eine zusätzliche Hilfe auf dem Kinderwunschweg. Sie ist eine wunderbare medizinische Errungenschaft und viele Paare sind froh, diese Unterstützung in Anspruch nehmen zu können.

Unter dieser medizinisch hochentwickelten Behandlung können wir bis zu dem Zeitpunkt der Verschmelzung von Samen und Eizelle dabei sein. Wir können unter dem Mikroskop beobachten, wie die Zellteilung beginnt. Ein aufregender und intensiver Moment!

Noch vor dem Transfer kann das Paar erneut durch das Mikroskop schauen und dann folgt der langersehnte Moment: Die befruchteten Eizellen werden vorsichtig zurück in die Gebärmutter gesetzt.

Wir erkennen deutlich: Hier ist nichts „künstlich“. Es wurde Hilfestellung geleistet. Das Wunder muss von ganz alleine passieren.

Bei einer IVF verbinden sich Eizelle und Samen vollkommen eigenständig. Bei einer ICSI kann die Hürde des Eindringens in die Eizelle überwunden werden.

Aber auch bei diesen Prozessen können wir nicht bis zuletzt über die Natur bestimmen – sie hat immer die Nase vorn.

Das Geheimnis der Lebensentstehung entzieht sich unserer Kenntnis. Die Forschung weiß schon viel über immunologische Prozesse, Botenstoffe und Hormone.

Doch letztendlich können wir diesem Wunder nur staunend und hoffend beiwohnen.

Wenn also die Frage nach einer Behandlung im Raum steht, dann wäre folgende Formulierung zur Klärung der eigenen Einstellung hilfreich:

„Ist es für mich vorstellbar, Hilfe in Form einer assistierten Befruchtung in Anspruch zu nehmen?“

Für Martina war diese Erkenntnis ein Meilenstein und eine unendliche Entlastung. Bisher hatte sie diese Aspekte noch nie gesehen und auch der andere Blickwinkel war neu für sie. Es machte „klick“ und sie konnte das Wort „künstlich“ – und alles was für sie damit verbunden war – Stück für Stück verabschieden.

Die Starre und Absolutheit ihrer anfänglichen Haltung konnte weichen und machte Platz für neue Erkenntnisse:

Der eigentliche Grund ihrer Ablehnung war nicht grundsätzlicher oder religiöser Art. Sie fühlte sich gelöst, denn nun konnte sie ihren Kinderwunschweg wieder aufnehmen.

Die zurückgewonnene Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit war eine wohltuende Befreiung.

Nun konnten wir sorgfältig und vor allen Dingen zielführend die Sprechstunde fortführen und Martinas individuellen Weg festlegen.

Im Kinderwunsch ist es wichtig, alle Optionen zu kennen und zu besprechen. Auch das Auflösen von inneren Blockaden oder Gedankenknoten kann sehr hilfreich sein: Es spart Zeit, Energie und ganz viel Kraft.

Erst wenn wir alle Ebenen betrachtet haben, kann sich ein strukturierter, wohlüberlegter und persönlicher Kinderwunschweg zeigen.

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

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