Warum werde ich nicht schwanger? Wie Du Dich aus dem Gedankenkarussell befreien kannst.

Warum werde ich nicht schwanger? Wie Du Dich aus dem Gedankenkarussell befreien kannst.

Warum werde ich nicht schwanger?

„Warum werde ich nicht schwanger?“ – das ist die natürlichste Frage der Welt, wenn Du Dir ein Baby wünschst und die ersehnte Schwangerschaft noch auf sich warten lässt.

Die Sehnsucht nach dem Wunschkind ist der Motor unseres Herzens, eine Erklärung zu finden. Die Frage „Warum werde ich nicht schwanger?“ ist der Ausdruck unseres Bewusstseins, um von dort aus Lösungen zu finden.

Wir machen uns auf, um Ärzte zu konsultieren. Wir vereinbaren Termine in einem Kinderwunschzentrum oder suchen ergänzend begleitende Praxen auf. Die größte Hoffnung liegt darin, eine Diagnose und eine Erklärung zu finden. In vielen Fällen ist das auch möglich und die Frauen/Paare sind erleichtert, eine Antwort zu haben.

Denn mit dieser Antwort kann man aktiv werden und etwas tun. Man fühlt sich nicht mehr ausgeliefert und hilflos. Auch wenn die Erkenntnis keine Garantie auf eine Schwangerschaft ist: man hat einen Grund gefunden und kann daran arbeiten.

Doch was machen Frauen, die keine medizinische Erklärung ihrer ungewollten Kinderlosigkeit in den Händen halten?

Sie bleiben weiterhin im nagenden Ungewissen. Zum einen sind sie erleichtert, dass keine (schlimme) Diagnose im Raum steht. Zum anderen fühlen sie sich unerlöst, denn keinen Grund zu finden lässt die Seele nicht zur Ruhe kommen.

Frauen, die ohne erkennbaren Grund kinderlos bleiben, stellen sich im Laufe der Monate und Jahre immer wieder diese Frage:

„Warum werde ich nicht schwanger?“

Dein Gedankenkarussell ist längst gestartet. Doch wie es bei einem Karussell immer der Fall ist: es geht rund und rund und rund. Wirklich vorwärts bringt einen das nicht. Spätestens bei der 10. Runde wird einem so schwindelig, dass man sich wünscht, das Karussell würde endlich anhalten.

Die Frage „Warum werde ich nicht schwanger?“ kann zu einer alles vorherrschenden Fragestellung werden. Alles im Leben wird nach dieser Frage ausgerichtet, unter die Lupe genommen, auf Links gedreht und neu sortiert.

Jedes Ereignis, jeder Konflikt, jedes ungesunde Lebensmittel, ja sogar jeder Schritt abseits eines vermeintlich perfekten und vorbildlichen Lebensweges kann als Auslöser – und als mögliche Antwort – in Frage kommen.

Frauen geraten auf diesem Weg nicht selten in eine sehr kräftezehrende Spirale, die all ihre Ressourcen fordert. Sie lesen sich in sämtliche medizinische Artikel ein, sind in Facebook-Guppen und reproduktionsmedizinischen Foren unterwegs, kennen längst alle Bücher zu diesem Thema und sind Experten auf dem Gebiet der neuesten superfood-Forschungen für mehr Fruchtbarkeit.

Im gleichen Atemzug lässt sich erspüren, wie viel Kraft das kostet. Zusätzlich zum ganz normalen Alltagswahnsinn mit Job, Verpflichtungen, Haushalt, Freundschaftspflege und den täglichen Sonderaufgaben. Die körperliche Kraft ist eine Sache – doch was ist mit der emotionalen Kraft unserer Psyche?

Die emotionale, psychische Kraft kann sich genau so erschöpfen, wie die körperliche Kraft. Beide Kraftressourcen sind gleich wichtig auf dem Kinderwunschweg von dem wir nie wissen, wie lange er dauern wird.

Aus diesem Grund lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen.

Gibt es vielleicht unbewusste Kraft- & Energieräuber?

Wenn Du Dich im Kinderwunsch befindest und diese Fragen von Dir sein könnten, dann sind die folgenden Informationen und Hintergründe vielleicht hilfreich für Dich:

  • Warum passiert mir das?
  • Was habe ich falsch gemacht?
  • Warum werde ich nicht schwanger?

Diese Art der Fragestellungen haben eine „unsichtbare“ Komponente, die auf den ersten Blick nicht wahrnehmbar ist:

Sie lenken unser Denken und unser Fühlen zum Negativen hin. Sie führen in der Antwortsuche zum Unglücklichsein bzw. zur Unglücksbestätigung. Wie das funktioniert? Mit unserem von Natur aus integriertem Brain-Google.

Brain-Google

Unser Gehirn hat eine Art Suchmaschine integriert. Stellen wir uns eine Frage, sucht es bewusst und unbewusst nach einer Antwort.

Ob wir wachen oder schlafen…es sucht radikal und unaufhaltsam auf allen Ebenen. Unser Gehirn sucht so lange, bis es eine plausible Antwort gefunden hat, die erstmal Sinn macht. Doch die Antworten sind bei dieser Art Fragestellungen negativ geprägt und bestätigen, warum etwas nicht geht.

In unserem Fall sucht unser Gehirn so lange nach einer Antwort, warum wir nicht schwanger werden.

Die gefundenen Antworten sind in der Regel nicht weiterführend, sondern fungieren als eine Art Sackgasse.

Wenn wir also unsere innere Suchmaschine konstruktiv anwerfen wollen, dann sollten wir das mit einer positiven Frage tun. Wir brauchen die richtige Formulierung – das kann und sollte man üben. Übrigens auch für andere, wichtige Bereiche in unserem Leben.

Konstruktive Übung

Nimm Dir ein leeres Blatt Papier und notiere Deine Frage. Nimm die Frage, die als erstes aus Deinem Inneren hochkommt, wenn Du an Deinen Kinderwunsch denkst.

Untersuche nun Deine Frage: ist sie so forumuliert, dass nur eine positive/weiterführende Antwort erscheinen kann? Du kannst solange an Deiner Frage formulieren oder feilen, bis es nur eine positive Antwort geben kann.

Es ist sehr interessant zu sehen, wie sich die Fragen unter diesem Aspekt verändern können.

Diese Ausnahme solltest Du kennen.

Eines vorab: es gibt eine Ausnahme. Über eine Empfängnis kann man nicht verhandeln. Weder auf dem Papier noch im Gebet. Denn für die Entstehung eines Lebens braucht es ein Wunder, welches wir einladen aber nicht erzwingen können.

Auch bei der noch so perfekt positiv formulierten Fragestellung können wir nicht die ersehnte Schwangerschaft zum Ziel machen. Folgende Fragestellung klappt also für unsere Suchmaschine nicht:

„Was könnte und müsste ich tun, damit ich mit 100%er Sicherheit und Garantie schwanger werde?“

Wie Du  „Warum werde ich nicht schwanger?“ in eine positive und hilfreiche Frage umwandeln kannst.

Nehmen wir uns das vor, was in der Kinderwunschzeit am allerwichtigsten ist: die Gesunderhaltung unserer Seele und unserers Körpers.

Es kann immer wieder mal ein Auf und Ab geben – das ist nicht weiter schlimm, so lange wir auch Zeiten haben, in denen wir uns gut um uns kümmern und die Balance im Blick behalten.

Versuche die Frage „Warum werde ich nicht schwanger?“ nicht weiter zu verfolgen. Wandele sie lieber um in eine hilfreiche und weiterführende Frage, wie diese zum Beispiel:

„Was könnte und müsste ich tun, damit es meiner Seele gut geht?“

„Was könnte und müsste ich tun, damit ich körperlich in meiner Kraft bleibe?“

„Wie kann ich meine Wahrnehmung wohltuend ändern, dass ich Hilfen auf meinem Weg sicher erkenne?“

Die Antworten hierzu kommen nicht selten über Nacht. Das Gehirn arbeitet zu dieser Zeit auf Hochtouren, sortiert wichtiges von unwichtigem aus, schaltet neue Verbindungen und kappt Verbindungen, die sich als nicht wichtig erwiesen haben.

Das hilft uns in der Kinderwunschzeit enorm. Wenn Du den Wunsch hast, aus dem Gedanken-Karussell auszusteigen, dann:

Probiere es einmal aus.

Probiere es aus und schreibe Deine ganz persönliche Fragestellung auf. Feile an ihr, bis nur noch eine positive und hilfreiche Antwort gefunden werden kann. Du kannst sie auch für den „cross-check“ einer vertrauten Person vorlesen: sollte sie keine negative Antwort finden, ist der Test bestanden.

Lies Deine Frage noch einmal im Bett durch, bevor Du abends das Licht ausknipst. Vertraue darauf, dass Du die Antwort finden wirst. Denn sie ist bereits in Dir drin.

Ich wünsche Dir einen kraftvollen Tag, spannende Erkenntnisse und heute Nacht angenehme Träume!

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

Das Kinderwunsch Intensiv Programm – Kinderwunschpraxis Sterebogen

Nervige Fragen im Kinderwunsch

Nervige Fragen im Kinderwunsch

Nervige Fragen im Kinderwunsch – „Wann ist es denn bei Euch soweit?“

Grenzüberschreitungen passieren besonders gerne in den Momenten, in denen man nicht damit rechnet. Frauen im unerfüllten Kinderwunsch können ein Lied davon singen.

Bekannte, weitläufige Freunde, Arbeitskollegen – ja sogar fremde Menschen können ihre Neugierde nicht im Zaum halten und fragen (völlig unbedarft) in einer belanglosen Kommunikation nach der Fortpflanzungswillig- und -fähigkeit ihrer Gesprächspartnerin.

Dabei scheint es auch keine Rolle zu spielen, wo das Gespräch stattfindet. Auf dem Wochenmarkt wird genauso ungeniert gefragt wie in der Firmen-Teeküche, auf Parties oder beim Discounter zwischen den Regalen.

Die Frage nach dem Nachwuchs ist für viele Frauen das normalste auf der Welt – für Frauen, die sich sehnlich ein Baby wünschen, kommen diese Fragen einem Minenfeld gleich.

Die Frage-Klassiker

Wann ist es denn bei Euch soweit?
Wird es nicht langsam Zeit für Euch?
Willst Du nicht oder kannst Du nicht?
Wird das über 40 (35, 30…) nicht schwierig?

Der Schockmoment

Kennst Du dieses Gefühl, wenn Dich diese Frage kalt erwischt? Innerhalb von Millisekunden wechseln sich die Gefühle rasend schnell ab: das Herz ist getroffen, die innere Abwehr baut sich auf, bloß nichts anmerken lassen, schnell eine schlaue Antwort finden und zum krönenden Schluß kommt die Wut über die eigene Unsicherheit und die Unsensibilität des Anderen.

Um ein wenig Fassung ringend antwortest Du vielleicht:

Die Klassiker-Antworten

Es passt gerade nicht.
Wir sind so im Stress und haben keinen Kopf dafür frei.
Ich bin noch nicht soweit.
Wir sind uns da noch nicht im Klaren.

Das Problem an diesen Antworten liegt darin, dass sie dem Fragenden Spielraum bieten weiter zu fragen. Und ohne dass Du Dich versiehst, bist Du in ein unangenehmes Katz- und Mausspiel verwickelt, welches Dir noch nachträglich zu schaffen machen kann.

Der Konflikt

Viele Frauen kommen in diesen Momenten in einen inneren Zwiespalt. Sie möchten weder die Wahrheit sagen, noch ihren eigenen Herzenswunsch negieren.

Innerlich schreit alles nach Empfängnis, die Sehnsucht ist riesengroß und die richtige Antwort wäre: „Ja, ich wünsche mir sehnlichst ein Baby und kann den unerfüllten Kinderwunsch kaum ertragen. Deine Frage trifft mich sehr“.

Kein Wunder, dass das Gehirn in so einer Konfliktsituation durcheinander gerät. Das Herz ruft etwas anderes, als der Verstand sagen möchte.

Die Lösung

In meiner Beratung übe ich mit Frauen in kurzer Zeit die richtige Antwort auf aufdringliche Fragen zu finden. Dabei gibt es nicht „die eine richtige Antwort“, denn sie muss ganz genau zu der Frau passen, die sie ausspricht. Nur dann kann sie kraftvoll und schützend auch in den unvorhergesehensten Augenblicken parat sein.

Das kann ein raffiniertes Ausweichmanöver sein oder auch eine saftige knappe Lüge.

Die Übung

Notiere Dir die Fragen von anderen, die dich am meisten treffen. Spüre in Dich hinein und formuliere die Antwort, die Du am liebsten sagen würdest. Alles ist möglich, nur eines ist wichtig: Deine Antwort muss kurz und knackig sein.

Übe das Fragen & Antwort Spiel ein paar Mal. Stell Dich vor den Spiegel und sage Deine Antwort laut und kräftig. So lange, bis sie wie aus der Pistole geschossen kommt und Du sie in jeder Situation automatisch abrufen kannst.

Warum nicht mal ein klares „Das geht Dich nichts an“ platzieren? Oder die Frage (gekonnt) ignorieren und zum nächsten Thema übergehen? Vielleicht bist Du auch kreativ veranlagt und drehst den Spieß mit einer ähnlich neugierigen (und genauso unpassenden) Frage um?

Hauptsache, die Antwort passt zu DIR und gibt Dir den Schutz, den Du brauchst. Du musst Dich weder erklären noch rechtfertigen. Und sollte Dein Gegenüber beleidigt sein: lass das Problem dort, wo es ist – es ist nicht Deins.

Abschlussgedanken

Wir können die Menschen in unserem Umfeld nicht ändern. Es wird immer Menschen geben, die unbedarft ihre Fragen stellen, um ihre eigene Neugierde zu befriedigen. Sie wollen uns damit nicht schaden, denken aber vermutlich auch nicht über die Wirkung ihrer Worte nach.

Die eigenen Grenzen zu wahren ist wichtig, ganz besonders in einer so sensiblen Zeit wie der Kinderwunschzeit.

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

Das Kinderwunsch Intensiv Programm – Kinderwunschpraxis Sterebogen

Miriams langer Kinderwunsch Weg: Schwanger trotz aller Schwierigkeiten

Miriams langer Kinderwunsch Weg: Schwanger trotz aller Schwierigkeiten

Miriams langer Kinderwunsch Weg: Schwanger trotz aller Schwierigkeiten

Mein Kinderwunsch hat eine lange Geschichte und am Ende war es ganz einfach und fast unkompliziert.

Bei meinem ersten Frauenarztbesuch mit 14 Jahren teilte mir der Arzt unverblümt und unsensibel mit, dass ich im Erwachsenenalter sicher Probleme hätte, Kinder zu bekommen, wenn es überhaupt klappen würde. Zu viele männliche Hormone und ein Knick in der Gebärmutter wurden als Begründung genannt.

In meiner pubertären Phase reagierte ich entsprechend darauf und wehrte mich über 15 Jahre, überhaupt Kinder zu bekommen. Ich war der felsenfesten Überzeugung, Kinder braucht man nicht…!

Als ich mit 30 geheiratet habe, kam der Wunsch – beeinflusst durch außen „es gehört schließlich dazu“ – ein Kind zu bekommen.

Mein damaliger Mann und ich landeten in einer Kinderwunschklinik und ich habe das Erlebnis künstliche Befruchtung hinter mir. Obwohl es an seiner eingeschränkten Fruchtbarkeit lag und man bei mir nichts medizinisches feststellen konnte (außer eine Schilddrüsenunterfunktion, die leicht zu beheben war), hatte es sich tief in meinem Kopf verankert, dass es an mir liegen würde.

Die Kinderwunschklinik tat auch nicht sehr viel, um mir das Gegenteil aufzuzeigen.

Meine Ehe ist mittlerweile geschieden, dies lag nicht aber nicht am gescheiterten Kinderwunsch, wir sind im Guten auseinander gegangen.

Mit dem festgesetzten Gedanken in meinem Kopf, dass es bei mir nicht einfach ist, Kinder zu bekommen, ging ich eine neue Beziehung ein. Diese ist von unglaublicher Liebe und Verständnis füreinander geprägt.

Aufgrund einer verschleppten Lungenentzündung vor vielen Jahren habe ich außerordentlich viel Antibiotika nehmen müssen und meine Darm- und Scheidenschleimhäute waren extrem gereizt. Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Scheiden- und Blasenentzündungen waren die Folge.

Hier hat mir Ilka Sterebogen sehr geholfen. Mit Rat und Tat stand sie mir zur Seite, hat mir nicht nur geholfen, meine Beschwerden zu lindern, sondern auch mein Körperbewusstsein wieder zu finden.

Die Beschwerden sind noch  nicht zu 100% verschwunden, aber deutlich besser und ich weiß, damit umzugehen und nicht gleich in Panik zu verfallen, dass ich eine schlimme Krankheit habe.

Um auf meinen Kinderwunsch zurück zu kommen:

Nach jahrelanger Blockade im Kopf bin ich nun tatsächlich innerhalb von einem Dreiviertel Jahr 2 Mal schwanger geworden. Die erste Schwangerschaft endete leider recht früh in der 6. Woche in einer Fehlgeburt, am gleichen Tag, an dem ich den positiven SS-Test in der Hand hielt, verabschiedete sich das kleine Krümelchen auch schon.

Es mag befremdlich klingen, aber mir hat diese frühe Fehlgeburt Mut gemacht und Kraft gegeben. Nachdem ich mein halbes Leben dachte, ich wäre unfruchtbar, bin ich binnen 2 Monaten schwanger geworden, nachdem meine Schilddrüsenwerte ordentlich kontrolliert worden sind.

Diese Fehlgeburt, die mich einerseits traurig gemacht hat, hat mir andererseits Auftrieb gegeben und die Wand des Unmöglichen verschwinden lassen.

Sowohl Ilka als auch mein Frauenarzt erklärten mir verständlich und behutsam, dass Fehlgeburten leider häufiger vorkommen und nichts unnatürliches sind, Mutter Natur sorgt damit vor. Eine wichtige Hürde hatte ich geschafft, Eizelle und Spermium hatten sich miteinander verschmolzen.

Nach einer Pause und einem wunderschönen Urlaub haben wir es wieder versucht und ich habe jegliche vorsorglichen Arztbesuche, Kinderwunschinformationen, Googelei aufgegeben und es einfach „laufen lassen“ und siehe da, es hat nach nur 3 Monaten wieder geklappt und wir erwarten nun im Januar 2017 einen kleinen Jungen.

Ich möchte nicht die rosa-rote Welt vorgaukeln, die Ängste und Unsicherheiten sind noch da und wenn meine alten Beschwerden (das Brennen in Blase und Scheide) ab und an wiederkommen, ist die Panik da, dass etwas passieren könnte.

Aber ich bekomme immer mehr Vertrauen in meinen Körper, Mutter Natur und dem lieben Gott.

Ich nehme meine Ängste an und ich denke, das ist auch sehr sehr wichtig. Ich höre nicht auf diejenigen, die sagen, „du MUSST ruhiger werden“, „du MUSST dich freuen“, „du DARFST keine Angst mehr haben“… das ist Quatsch, diesen Ausschaltknopf besitze ich  nicht.

Ich höre auf mich selbst und auf diejenigen die sagen „die Ängste sind da, nehme sie an, aber lasse sie nicht dein Leben dominieren, traue dich, dich zu freuen“. Ich tausche mich mit vielen Frauen aus, höre ganz genau zu, wie es ihnen geht und das hilft unwahrscheinlich.

Mein Partner ist eine ganz unbeschreibliche Unterstützung. Er nimmt mich sehr ernst, bremst mich aber auch und fragt genau nach, ob wir wirklich ins Krankenhaus müssen, wenn ich mal wieder an einem Wochenende (immer wieder an den unmöglichsten Terminen) im Urlaub Panik bekomme. Ich höre auf meinen Körper und vertraue ihm.

Am wichtigsten sind fachliche Bezugspersonen, die menschlich sind, ich habe einen wundervollen Frauenarzt, hatte Ilka als Begleiterin und nun eine tolle Hebamme. Ich möchte nicht, dass mich jemand mit Samthandschuhen anfasst, überhaupt nicht, ich möchte einfach ernst genommen und im richtigen Augenblick auch zurecht gestutzt werden .

Ein ganz wichtiger Rat meinerseits: Ich bin sogenannte Spätgebärende mit 36 .

Ich kenne die Vorgehensweise von vielen, dass sie erstmal alles locker sehen möchten und „laufen lassen“, so habe ich sowohl Mitte zwanzig Jährige als auch Mitte dreißigjährige erlebt, die sich geweigert haben, sich körperlich untersuchen zu lassen und der Natur freien Lauf lassen wollten und am Ende hat es nicht zu klappt, beide waren am Ende tatsächlich zu alt.

Es ist richtig, nicht gleich alle Untersuchungen mitzumachen. Ich weiß z.B., dass wir damals viel zu schnell in eine Kinderwunschklinik gegangen sind. Ist man einmal in dieser Maschinerie drin, kommt man da so schnell nicht wieder heraus.

Ich bin aber der felsenfesten Überzeugung, das gewisse Dinge, wie ein Spermiogramm beim Mann und eine Hormon- und Zyklusuntersuchung bei der Frau auch schon nach 3 oder 6 Monaten nach Kinderwunschstart durchführen lassen könnte. Man verschwendet sonst Zeit.

Hätte mein Frauenarzt im Herbst letzten Jahres nicht festgestellt, dass ich mit meinen Tabletten nicht richtig eingestellt gewesen bin, hätte es bis heute nicht geklappt und ich vielleicht noch mehr Fehlgeburten gehabt. Am Ende war es irgendwie einfach und gar nicht mehr unmöglich, habe ich das Gefühl.

Ich möchte allen Mut machen, glaubt an euren Körper und euch selbst. Die Wand des Unmöglichen baut man sich selbst. Und es gibt so viele Möglichkeiten, Kinder zu bekommen, seien es die eigenen oder auch nicht oder sein Leben ganz alternativ zu gestalten.

Mein Ex-Mann hat bisher keine Kinder bekommen und sich mit seiner neuen Partnerin ein ganz alternatives und auch sehr erfüllendes Leben aufgebaut. Ich bin sehr stolz auf ihn, wie er lebt und was er erschaffen hat und er ist glücklich und ich bin es auch.

Habt Mut, Vertrauen und seid neugierig.

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

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