Künstliche Befruchtung gibt es nicht: Wie Dich diese Erkenntnis im Kinderwunsch befreien kann

Künstliche Befruchtung gibt es nicht: Wie Dich diese Erkenntnis im Kinderwunsch befreien kann

„Eines will ich Ihnen gleich sagen: Eine künstliche Befruchtung kommt für mich nicht in Frage!“

Mit diesen Worten betrat Martina W. meine Kinderwunsch Praxis und drückte mir im gleichen Moment einen dicken Aktenordner in die Hand, in dem sie fein säuberlich alle Untersuchungen und Diagnosen chronologisch gesammelt hatte.

Diese schriftlichen Informationen sind sehr wichtig und geben wertvolle Hinweise. Ich schaue mir jeden Befund an.

Noch wichtiger ist im ersten Schritt jedoch das persönliche Gespräch.

„Erzählen Sie mir von Ihrem Kinderwunsch und Ihrer bisherigen Zeit“, bat ich sie, ohne sofort auf die hochemotionale Aussage einzugehen.

Es sprudelte aus Martina nur so heraus und es tat ihr sichtlich gut, alles loszuwerden. Über Monate und Jahre hinweg hatte sich so vieles in ihr angestaut:

Ohnmacht, Traurigkeit, Wut, Diagnosen, Schockmomente, Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit, unendlich große Hoffnung und zeitgleich die Angst, dass es nie klappen könnte.

Es war nicht wichtig, dass in ihren Schilderungen alles kunterbunt durcheinander lief. Im Hintergrund sortierte ich längst Stück für Stück Martinas Kinderwunsch Weg, um anschliessend mit ihr einen persönlichen und individuellen Weg herauszuarbeiten.

Als ihre erste große Anspannung verflogen war, folgten Tränen der Entlastung. Martina hatte sich fest vorgenommen, nicht zu weinen. Nun war sie froh, auch auf diesem Weg Erleichterung zu spüren. Die Tränen taten gut.

„Warum kommt eine reproduktionsmedizinische Behandlung für Sie nicht in Frage?“ wollte ich behutsam von Martina wissen.

„Das stelle ich mir schrecklich vor – so künstlich eben. Und künstliches ist nicht echt. Das kann doch nicht gut sein.“

IVF / ICSI

Viele Frauen haben ganz unterschiedliche Vorstellungen einer IVF oder ICSI. Wer noch nie diesen Prozess durchlaufen hat, verspürt nicht selten Angst vor dem Ungewissen.

Kommt dann auch noch eine Begrifflichkeit hinzu, die irreführend ist, nährt es zusätzlich die Unsicherheit der Frauen und Paare. Als Folge sortieren sie diese Form der Behandlung als etwas negatives ein.

Zeitgleich entwickelt sich Angst in ihnen. Sie glauben, dass die Behandlung in einem Reproduktionszentrum die Endstation ihres Kinderwunschweges einläutet:

„Wenn selbst das nicht klappt, dann werden wir nie ein Kind haben können.“.

Paare setzen das Kinderwunschzentrum oftmals gleich mit ihrem letzten Strohhalm. Der letzten reellen Chance und der einzigen Versicherung, die sie noch auf dem Weg zu haben scheinen.

Martina war überrascht und hielt sofort inne, als ich ihr sagte:

„Eine künstliche Befruchtung gibt es nicht.“

Doch worum handelt es sich dann?

Richtig und auch passend wäre es, über eine „assistierte“ Befruchtung zu sprechen. „Assistieren“ bedeutet Hilfe leisten, mithelfen oder auch behilflich sein.

Bei Wikipedia finden wir ebenso eine irreführende Angabe:

„Künstliche Befruchtung oder assistierte Reproduktion ist die Herbeiführung einer Schwangerschaft ohne Geschlechtsverkehr und oftmals mithilfe eines medizinischen Eingriffs.“

Weder wird mit Sicherheit eine Schwangerschaft herbeigeführt, noch kann eine Garantie ausgesprochen werden, dass diese Methoden (wie jede andere auch) erfolgreich sein werden.

Eine Reproduktionsbehandlung (IVF / ICSI) ist eine zusätzliche Hilfe auf dem Kinderwunschweg. Sie ist eine wunderbare medizinische Errungenschaft und viele Paare sind froh, diese Unterstützung in Anspruch nehmen zu können.

Unter dieser medizinisch hochentwickelten Behandlung können wir bis zu dem Zeitpunkt der Verschmelzung von Samen und Eizelle dabei sein. Wir können unter dem Mikroskop beobachten, wie die Zellteilung beginnt. Ein aufregender und intensiver Moment!

Noch vor dem Transfer kann das Paar erneut durch das Mikroskop schauen und dann folgt der langersehnte Moment: Die befruchteten Eizellen werden vorsichtig zurück in die Gebärmutter gesetzt.

Wir erkennen deutlich: Hier ist nichts „künstlich“. Es wurde Hilfestellung geleistet. Das Wunder muss von ganz alleine passieren.

Bei einer IVF verbinden sich Eizelle und Samen vollkommen eigenständig. Bei einer ICSI kann die Hürde des Eindringens in die Eizelle überwunden werden.

Aber auch bei diesen Prozessen können wir nicht bis zuletzt über die Natur bestimmen – sie hat immer die Nase vorn.

Das Geheimnis der Lebensentstehung entzieht sich unserer Kenntnis. Die Forschung weiß schon viel über immunologische Prozesse, Botenstoffe und Hormone.

Doch letztendlich können wir diesem Wunder nur staunend und hoffend beiwohnen.

Wenn also die Frage nach einer Behandlung im Raum steht, dann wäre folgende Formulierung zur Klärung der eigenen Einstellung hilfreich:

„Ist es für mich vorstellbar, Hilfe in Form einer assistierten Befruchtung in Anspruch zu nehmen?“

Für Martina war diese Erkenntnis ein Meilenstein und eine unendliche Entlastung. Bisher hatte sie diese Aspekte noch nie gesehen und auch der andere Blickwinkel war neu für sie. Es machte „klick“ und sie konnte das Wort „künstlich“ – und alles was für sie damit verbunden war – Stück für Stück verabschieden.

Die Starre und Absolutheit ihrer anfänglichen Haltung konnte weichen und machte Platz für neue Erkenntnisse:

Der eigentliche Grund ihrer Ablehnung war nicht grundsätzlicher oder religiöser Art. Sie fühlte sich gelöst, denn nun konnte sie ihren Kinderwunschweg wieder aufnehmen.

Die zurückgewonnene Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit war eine wohltuende Befreiung.

Nun konnten wir sorgfältig und vor allen Dingen zielführend die Sprechstunde fortführen und Martinas individuellen Weg festlegen.

Im Kinderwunsch ist es wichtig, alle Optionen zu kennen und zu besprechen. Auch das Auflösen von inneren Blockaden oder Gedankenknoten kann sehr hilfreich sein: Es spart Zeit, Energie und ganz viel Kraft.

Erst wenn wir alle Ebenen betrachtet haben, kann sich ein strukturierter, wohlüberlegter und persönlicher Kinderwunschweg zeigen.

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und Immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

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Mit ICSI zum Wunschkind: Ein Erfahrungsbericht von Tessa

Mit ICSI zum Wunschkind: Ein Erfahrungsbericht von Tessa

Mit ICSI zum Wunschkind: Ein Erfahrungsbericht von Tessa

Liebe Ilka,

seit Wochen schleiche ich nun schon um Deine Website herum. Wir kennen uns ja schon. 2011 haben mein Mann und ich ein Kinderwunschseminar, das Du zusammen mit Birgit Zart in Deinen früheren Praxisräumen gegeben hast, besucht. 2014 waren wir dann nochmal zu einer Kinderwunschaufstellung bei Dir und Deiner netten schwäbischen Kollegin in Deiner Praxis.

Deine Hilfe ist für uns ein fester Bestandteil unseres Kinderwunschweges geworden. Die Seminare bei Dir haben uns immer viel Mut und Kraft gegeben unseren Weg in Ruhe und Schritt für Schritt weiter zu verfolgen.

Tatsächlich waren die jeweils nächsten Versuche nach den beiden Seminaren erfolgreich. 2013 und 2015 kamen unsere beiden Kinder auf die Welt.

Unsere Kinder sind durch ICSI entstanden. „Verursacher“ ist mein Mann (stark eingeschränktes Spermiogramm), aus schulmedizinscher Sicht bin ich „ohne Befund“ einzig die überaus starken Regelschmerzen, die ich bis zu meiner ersten Schwangerschaft hatte, sowie die familiäre Häufung eines unerfüllten Kinderwunschs ließen mich zweifeln.

In der Arbeit mit Dir habe ich schon viel über meine Disposition im Kinderwunsch gelernt und bearbeite diese immer noch. Diese Einsichten haben mir nicht nur geholfen meinen Kinderwunschweg zu begreifen sondern auch meine Rolle als Mutter.

Dies ist tatsächlich ein ganzheitlicher Weg und verlangt einem einiges ab, dafür ist wie ich finde der Gewinn garantiert. Heute stehe ich schon viel sicherer da als noch vor einigen Jahren (ist sicher noch ausbaufähig).

Der Kinderwunsch ist für uns noch nicht abgeschlossen. Wir wünschen uns ein drittes Kind. Obwohl wir schon zwei Kinder haben bin ich so zappelig und nervös wie eh und je (das nervt mich selbst schon). Und diesmal fühle ich mich von schulmedizinischer Seite auch besonders im Stich gelassen.

Aufgrund meines fortgeschrittenen Alters habe ich einen besonderen Informationsbedarf und meine Hausärztin will dem bisher einfach nicht entsprechen. Meine Kinderwunschklinik ist ein Massenbetrieb, dafür jedoch gut und günstig. Sonderwünsche durchzusetzen ist da auch nicht so einfach.

Im Moment versuche ich gerade mein Kind von der Brust zu entwöhnen. Er ist jetzt ein Jahr alt und scheint mir ein glückliches und sicher gebundenes Kind zu sein. Wir kommen jetzt denke ich auch ohne Stillen zurecht. Was mir dazu noch im Kopf herumgeht ist, dass ich meinen Körper vielleicht noch ein bisschen päppeln und schonen muss, damit er bereit ist noch ein Kind zu empfangen.

Immerhin war ich in den letzten vier Jahren entweder schwanger oder habe gestillt. Mir geht es wirklich gut und ich fühle mich im Hinblick auf ein weiteres Kind stark und zuversichtlich – das passt noch gut in unser Leben rein.

Ich habe jedoch gerade bei älteren Mitstreiterinnen jetzt schon zweimal erlebt, dass es unmittelbar nach einer Schwangerschaft gar nicht mehr klappen wollte. Das hat angeblich an der Qualität der Eizellen gelegen. Zu deren Verbesserung wird einem jetzt viel geraten. Man soll DHEA einnehmen und Omega 3, Folsäure, Ubichinol und was nicht alles.

Und da sehe ich jetzt den Wald vor Bäumen nicht mehr. Irgendwie habe ich Hemmungen wahllos und in Panik das ganze Zeug in mich hineinzuschaufeln. Trotzdem will ich auch nicht die Chance verpassen meine Eizellen zu pimpen. Du siehst ich brauche Deinen Rat.

Sowohl Deine Kinderwunschpakete als auch die Teilnahme an einer Deiner Gruppen sprechen mich an. Was würdest Du mir denn empfehlen? Im Oktober möchte ich gerne einen Kryozyklus machen, denn wir haben noch drei Eiszwerglein. Auch wenn ich nicht all meine Hoffnungen auf diese Drei setzen möchte mache ich mir viele Gedanken wie ich mich auf diesen Zyklus vorbereiten kann.

Und ich frage mich wie ich am besten schon jetzt anfangen kann meinen Eizellen etwas Gutes zu tun. Falls der Kryozyklus (vielleicht sind es auch zwei) nichts erbringt, will ich zügig eine ICSI angehen. Ich habe aber gelesen, dass die Reifung der Eizellen einige Monate braucht und es also Sinn macht mit einigem Vorlauf zu „pimpen“.

So oder so würde ich bei Dir auch gerne in Kürze eine Intensivberatung wahrnehmen. Gerade sammele ich noch ein paar Befunde, mal schauen was ich zusammenkriege, und dann würde ich damit gerne mal zu Dir kommen um einen Fahrplan zumachen, wie ich mich gut auf die kommenden Behandlungen vorbereiten kann.

Da freue ich mich irgendwie sogar schon drauf. Kinderwunschzeit kann auch schön sein, sogar wenn man ohne die Schulmedizin nicht auskommt.

Das freut mich gerade sehr, und dass ich das so empfinde verdanke ich meinem Empfinden nach der Tatsache, dass Leute wie Du Patienten wie uns ganzheitlich betrachten und behandeln. Vielen Dank dafür, Ihr, Du mach(s)t eine tolle, wichtige Arbeit!

Herzliche Grüße, Tessa

Update: Tessa ist wieder schwanger und freut sich riesig auf ihr Baby Nummer 3. Wir freuen uns mit!

Ilka Sterebogen

Ilka Sterebogen

Kinderwunschpraxis Sterebogen

Ilka Sterebogen ist selbständige Heilpraktikerin in Limburg an der Lahn. Sie hat sich auf die Themen Kinderwunsch und immunologie spezialisiert und betreut Frauen und Paare in ihrer Praxis vor Ort sowie online in ihrem virtuellen Praxisraum. Ihre Facebook-Gruppe Kinderwunsch Community 2.0 ist für alle Frauen da, die sich wohlwollend und persönlich austauschen möchten.

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